5 Fragen an Michael Fischbach, Leiter CAS-Lehrgang Sourcing Management, Universität St. Gallen

5 Fragen an Michael Fischbach, Leiter CAS-Lehrgang Sourcing Management, Universität St. Gallen

4. Februar 2017 - Interview: Simon Zaugg

Der von swissICT in Kooperation mit dem IWI von der Universität St. Gallen initiierte CAS-Lehrgang Sourcing Management geht in die nächste Runde. Aus aktuellem Anlass beantwortet der Leiter des CAS, Michael Fischbach, die Fragen unserer Rubrik.
Artikel erschienen in IT Magazine 2017/01
Wie sind Sie in die IT-Welt gekommen? Was fasziniert Sie an der Branche?
Seit der Internetblase interessiere ich mich für den Einfluss der IT auf unsere Gesellschaft. So kam es, dass ich nach einem Banking-Studium in St. Gallen mein Hobby zum Beruf gemacht und am dortigen Kompetenzzentrum «Sourcing in der Finanzindustrie» in Wirtschaftsinformatik promoviert habe. Dabei durfte ich auch ein knappes Jahr lang am MIT forschen, eine Zeit, in der mir mehr denn je die zentrale Rolle der IT für unsere Gesellschaft klar wurde. Seit einigen Jahren arbeite ich nun als Berater für IT-strategische und unternehmensstrategische Fragestellungen im Finanzsektor. Dort sehe ich es als meine Aufgabe, die IT als Türöffner für neue, meist vernetzte, Geschäftsmodelle zu positionieren. Aus diesem Grund engagiere ich mich auch als Studienleiter des CAS in Sourcing Management an der HSG, wo wir die Themen Sourcing, Wandel und Digitalisierung vereinen.

Was freut oder ärgert Sie am meisten an der Branche?
Viele, wenngleich längst nicht alle Manager sehen die IT als «notwendiges Übel». Das führt zur Verkennung der Potenziale und am Ende wundern sich viele, dass die grossen Technologieunternehmen scheinbar ohne Vorwarnung angestammte Branchen bedrohen. Apple Pay lässt grüssen. Das Management muss die IT als strategisches Asset positionieren und die IT darf sich nicht unter Wert verkaufen.
Die Digitalisierung betrifft heute die gesamte Gesellschaft. Welche Aspekte finden Sie besonders spannend?
Nehmen wir ein Beispiel aus der Finanzbranche. Heute ist es für einen künftigen Hausbesitzer sehr aufwändig, Banken, Versicherungen und Umzugsfirmen zu managen. Er möchte jedoch einfach im eigenen Haus wohnen. Genau hier eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten für Unternehmen, sich in branchenübergreifenden Ökosystemen zu vernetzen, die den Kunden mit seinen Bedürfnissen ins Zentrum stellen – ein Paradigmenwechsel, der die gesamte Gesellschaft zunehmend beeinflussen wird.

Welcher Internetpionier oder ICT-­Un­ternehmer hat Sie bisher am meisten inspiriert und warum?
Es gibt viele, zum Beispiel Steve Jobs, der ein beeindruckendes Ökosystemen geschaffen hat. In jüngster Zeit aber vor allem Satoshi Nakamoto, den unbekannten Erfinder der Blockchain. Er verstand es, durch Kombination vorhandener Möglichkeiten einen immensen Mehrwert zu schaffen. Blockchain wird Teile bestehender Strukturen revolutionieren oder gar obsolet machen, was wir schon heute vielfach mittels Prototypen zeigen können.
 
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