Druckfrische Implantate

(Quelle: Mimedis)

Druckfrische Implantate

(Quelle: Mimedis)
7. Februar 2016 - Was wie Zukunftsmusik klingt, macht das Basler Start-up Mimedis wahr: Ärzte bestellen via Software passgenaue Knochenimplanante aus dem 3D-Drucker.
Artikel erschienen in IT Magazine 2016/01
Ein Unfallpatient mit einem zertrümmerten Jochbein, ein Krebspatient mit einem fehlenden Kieferstück: Solche Bilder sind für Chirurgen Alltag. Mit Implantaten können sie Knochen zwar ersetzen. Doch Implantate sind erstens nicht schnell zu bekommen, und zweitens sind Standardformen vorherrschend, die selten gleich passen. Entsprechend müssen Ärzte die Implantate während der OP unter Zeitdruck von Hand so biegen, dass sie ins Gesicht des Patienten passen. Und bis sie diese überhaupt erhalten, vergehen Wochen. Denn der Arzt skizziert erst, was er braucht, ein Ingenieur erstellt anhand dessen ein Modell, das der Arzt wiederum optimiert haben möchte und so weiter.
Das Mimedis-Konzept: Ärzte designen an 3D-Knochenbildern ihrer Patienten selbst passgenaue Knochenimplantate, die der 3D-Drucker innert Tagen produziert. (Quelle: Mimedis)
(Quelle: Mimedis)


Tage statt Wochen

Um diesen Umstand wissen die vier Gründer vom Basler Start-up Mimedis. Seit mitunter 15 Jahren sind sie in Forschungsprojekte rund um Implantationen und 3D-Drucker involviert. Im Gespräch mit «Swiss IT Magazine» meint der Jüngste unter ihnen, der 32-jährige Florian Coigny: «Für uns war offensichtlich, dass eine neue Lösung gebraucht wird.» Der Software-Profi und FHNW-Dozent und seine drei Kollegen – ein Chefarzt der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie des Unispitals Basel, ein Maschinenbauer mit 3D-Druck-Know-how und ein FHNW-Institutsleiter mit Erfahrung mit Implantat-Planungssystemen – taten sich zusammen. Ihr Ansatz: Implantate via 3D-Drucker passgenau herstellen, die ein Arzt sich zuvor via Software für spezifische medizinische Fälle selbst bestellt. «Die Software soll alles, was sonst der Ingenieur macht, automatisieren», erklärt Florian Coigny, «so dass der Mediziner nur noch mit Mausklicks definieren muss, wie gross ein Implantat wird und wo am Knochen es befestigt werden soll.» Was bisher mehrere Wochen dauert, soll einem Arzt künftig in fünf Tagen vorliegen.
 
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