D-Link: Smart Home für den Massenmarkt
Quelle: D-Link

D-Link: Smart Home für den Massenmarkt


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2015/09

     

Morgens vom sanften Licht der Lampe und der gestreamten Musik über die Stereoanlage geweckt werden. Später auf dem Weg zum Flughafen kontrollieren, ob das Bügeleisen zu Hause wirklich ausgeschaltet ist. Und dann im Hotelzimmer alarmiert werden, dass das heimische Fenster von Einbrecherhand geöffnet wird und über die Kamera im Wohnzimmer live via Smartphone mitverfolgen, wie die sogleich alarmierte Polizei den Täter auf frischer Tat ertappt.
An seinem Smart-Home-Presse-Event «Tech meets Art» in Zollikon hat D-Link in einer nachgestellte Wohnung mit Schauspielern präsentiert, was mit der Smart-Home-Serie «Mydlink Home» alles möglich ist. Das Unternehmen erweitert die im Herbst letzten Jahres lancierte Reihe und präsentiert sie an der diesjährigen IFA der Öffentlichkeit. Damit wird die Mydlink-Home-Produktfamilie neben IP-Kameras durch Tür- und Fensterkontaktmelder, über den Bewegungs- und Rauchmelder bis hin zu Alarmsirenen komplettiert. Drahtlos miteinander verbinden und steuern lassen sich die verschiedenen Geräte und Sensoren über eine zentrale Kontrollstation. Verwaltet und gesteuert wird über die Mydlink-Home-App via Cloud.


Der Durchbruch im Massenmarkt


D-Link setzt klar auf die Karte Smart Home, will sich als Anbieter umfassender IP-Lösungen in diesem Bereich positionieren. In den kommenden Jahren plant das taiwanische Unternehmen über 40 Prozent seines Investitionsvolumens in dieses Segment zu stecken, verkündete man bei D-Link schon 2014. Dabei setzt D-Link gezielt nicht auf High-End-Lösungen, «die es ja schon seit Jahrzehnten gibt», wie Mike Lange, Director Business Development von D-Link, bemerkt. Diese Installationen mit proprietären Technologien hätten eine hohe Eintrittsschwelle, so Lange, schliesslich käme allein für die Erstinstallation schnell ein fünfstelliger Betrag zusammen. Das lohne sich eigentlich nur bei Neubauten und Grundsanierungen.
Stattdessen will D-Link im Smart-Home-Bereich Otto Normalverbraucher ansprechen, auf die breite Masse abzielen. «Der Markt für Hausautomation in Europa wächst Analysten zufolge in den nächsten Jahren um mehr als 50 Prozent pro Jahr, was zu einer Verbreitung in rund 17 Millionen Haushalten führt», erklärt Mike Lange, der vor gut einem Jahr die Leitung der damals neu gegründeten Geschäftseinheit Conntected Home & Cloud Services übernommen hat. «Der Durchbruch im Massenmarkt gelingt in erster Linie aufgrund einer Vereinheitlichung der Vernetzungsstandards zu IP und Wireless LAN. Deshalb ist es für D-Link ein logischer Schritt, unsere Expertise in diesen Bereichen auch in Richtung einer intelligenten Smart-Home-Vernetzung zu lenken.» D-Link will es den Kunden einfach machen, den Schritt Richtung Smart Home zu wagen, so Lange, mit auch für Laien einfach zu installierenden Geräten und ohne regel-
mässig anstehende Kosten etwa durch ein Abonnement. Besteht erst einmal eine Grundausrüstung, hat ein Nutzer zum Beispiel die App «Mydlink Home» installiert und die D-Link-Steckdose «Smart Plug» gekauft, kann es schon losgehen und mehr Ausstattung darauf aufbauend zu einem späteren Zeitpunkt gekauft werden, meint Mike Lange.


Einfach zu installieren, wenn das Netzwerk nicht streikt

Ein kurzer Praxistest von «Swiss IT Magazine» bestätigt: Es ist in einer Viertelstunde machbar, D-Links Adapter namens Smart Plug, der im Schweizer Handel für rund 60 Franken verfügbar ist, zu installieren. Zumindest, wenn einem nicht wie bei unseren ersten Versuchen ein in der App angezeigter Netzwerkfehler dazwischenfunkt, obwohl die Verbindung gemäss Router eigentlich da sein sollte. Theoretisch aber steckt man den Adapter zur Installation in eine normale Steckdose, lädt die App für Android oder iOS herunter, registriert sich, scannt den QR-Code auf der Verpackung des Adapters und folgt den Anweisungen der App, um seinen Adapter der App hinzuzufügen. Ist das erledigt und der Adapter eingeschaltet, kann ein Nutzer dann auch von unterwegs über die App steuern, etwa, wann eine eingesteckte Lampe angehen oder wie viel Strom sie maximal verbrauchen sollte.
Nächstes Jahr soll ein Nachfolgemodell des «Smart Plug» auf den Markt kommen, der etwas kleiner ist und somit nicht wie der aktuelle Adapter eine ganze Dreiersteckdose belegt. Kein leichtes Unterfangen, räumt Mike Lange ein, da kleine, überlastete Adapter anderer Firmen in der Vergangenheit schon Brände verursacht haben. Aber auch eine smarte Steckerleiste will D-Link kommendes Jahr vorstellen, wobei dann jede einzelne Steckdose individuell über die App gesteuert werden kann. Vertreiben will D-Link seine Smart-Home-Linie über Retail-Kanäle sowie über Telekom-Anbieter. Ziel ist ausserdem, die API zu öffnen, damit die D-Link-Produkte mit Lösungen anderer Smart-Home-Provider kombiniert werden und Bundle-Angebote entstehen können.


Ein Knackpunkt aber bleibt: Fällt das Internet aus, dann fällt auch das System weg. Hier plant D-Link deshalb einen Gateway-Adapter, um zumindest Videos der D-Link-Kameras lokal ablegen zu können. Was sonst noch in dem sich schnell entwickelnden Feld des smarten Heims passieren wird, das ist auch für Mike Lange ein Blick in die Glaskugel, wie er auf Nachfrage sagt. Vermutlich aber, meint er dann, werden nächstes Jahr weitere Smart-Home-Produkte verschiedener Anbieter auf den Markt drängen, auch von Start-ups. Und erst in den nächsten Jahren werde es immer mehr um das richtige Zusammenspiel von Produkten verschiedener Hersteller gehen, dann könnte die Kompatibilität mit offenen Plattformen von den grossen Playern wie Google und Apple das A und O sein. Bis also Smart-Home-Lösungen verschiedener Hersteller über eine einzelne Plattform laufen, wird es somit trotz Neuerungen auch bei D-Link noch eine Weile dauern. (aks)



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