Profi-3D-Drucker für Zuhause

Profi-3D-Drucker für Zuhause

8. Februar 2015 - Drei junge Schweizer wollen mit einem vollständig selbst entwickelten 3D-Drucker für Kleinunternehmen und Private alles Bisherige in den Schatten stellen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/01
Der erste SLS-3D-Printer für Zuhause mit zwei Druckerzeugnissen (oben).
(Quelle: Sintratec)
Unter so manchem Tannenbaum dürfte an Weihnachten eine 3D-Portraitfigur gelegen haben – oder zumindest ein Gutschein, um sich selber im Mini-Format drucken zu lassen. Dies und einiges mehr lässt sich heute mit 3D-Druckern realisieren. Das ist aber erst der Anfang. Drei junge Schweizer Elektroingenieure haben nämlich einen 3D-Drucker entwickelt, der alle bisherigen Modelle für den Heimgebrauch und KMU übertreffen soll.
Die Idee für die Entwicklung eines eigenen 3D-Druckers entstand bei Dominik Solenicki, Christian von Burg und Joscha Zeltner während ihres Studiums. «Wir haben uns, als die ersten 3D-Drucker für Zuhause aufkamen, ein Gerät gekauft und ausprobiert. Dabei waren wir schnell enttäuscht», meint von Burg. Die drei Studenten schauten sich deshalb um, was es sonst noch gab. In der Industrie entdeckten sie schliesslich eine interessante Technologie, das sogenannte Selective Laser Sintering (SLS). Allerdings kosteten solche Drucker damals und heute noch ein paar hunderttausend Franken – waren also unerschwinglich. «Wir hatten jedoch das Gefühl, dass sich das ändern lässt, und haben noch während des Studiums mit Experimenten begonnen», erklärt Solenicki.

Experimente im WG-Zimmer

Die ersten Gehversuche fanden im WG-Zimmer von Christian von Burg statt, der sich dazu ein paar Holzstangen, einen Laser sowie ein Pulver und eine Wärme–lampe beschafft hatte. Später kamen Wände, bewegliche Spiegel und einiges mehr dazu. Ende 2011 hat man sich dann entschlossen, die Idee definitiv in die Tat umzusetzen und einen ersten Prototyp hergestellt, der laut Solenicki auch wie ein Drucker aussah.
Im vergangenen Jahr folgte mit der Gründung des Unternehmens Sintratec der nächste Meilenstein und seit rund einem Jahr arbeiten alle drei Vollzeit an ihrem «Baby». Dabei handelt es sich, wie bei anderen handelsüblichen 3D-Druckern, übrigens auch um eine additive Lösung. Das heisst, man trägt Schicht um Schicht auf. Als Ausgangsmaterial verwendet wird allerdings ein Nylonpulver, das mit einem sichtbaren Dioden-Laser in die gewünschte Form geschmolzen wird.
«Der Vorteil unserer Methode ist, dass jede Form möglich ist, auch überhängende oder bewegliche Teile und sogar Teile, die innerhalb von anderen Teilen stecken», erläutert von Burg. Zudem sollen die Druckerzeugnisse sehr stabil und belastbar sein. Gedruckt werden können momentan Objekte mit einer maximalen Grösse von 13x13x13 Zentimetern, wobei die übliche Druckzeit zwischen einer bis zu zehn Stunden beträgt.
Bis heute gab es in der Entwicklung des Druckers immer wieder kleine und grössere Herausforderungen. «Die grösste war sicherlich, dass wir als erstes Unternehmen, das einen Sintering-3D-Drucker im Desktop-Format baut, wirklich alles selber entwickeln mussten, also die Elektronik, die Mechanik, die Firmware und nicht zuletzt auch die Software für den Computer», so Solenicki. Das habe andererseits aber den Vorteil, dass man immer alles unter Kontrolle habe.
 
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