CIO-Interview: «Die Rolle der IT ist nicht mehr dieselbe»

CIO-Interview: «Die Rolle der IT ist nicht mehr dieselbe»

7. Dezember 2014 - Das Interview führte Michel Vogel

Der Schweizer Uhrenhersteller Hublot ist auf Expan­sionskurs. Für das zehnköpfige IT-Team bedeutet dies viel Arbeit, aber trotzdem bleibt Zeit für Innovationen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/12
Frédéric Pannatier (33) ist seit Januar 2012 CIO des Schweizer Luxusuhrenherstellers Hublot. (Quelle: Hublot)
Swiss IT Magazine: Herr Pannatier, Sie sind erst 33 Jahre alt und bereits CIO eines grossen Schweizer Unternehmens. Wie kam es dazu?
Frédéric Pannatier:
Ich bin nach meinem Studium der Wirtschafsinformatik als Consultant für die Lösung Proconcept beim Schweizer ERP-Hersteller Solvaxis eingestiegen. Dabei war ich unter anderem für den Kunden Hublot zuständig und habe dann etwas mehr als ein Jahr später dorthin gewechselt. Bis Anfang 2012, also bevor ich die Stelle des CIO übernommen habe, arbeitete ich als Project Manager.

Was hatten Sie als Project Manager für Aufgaben?
Zu Beginn war ich fast ausschliesslich für Proconcept und somit für verschiedene ERP-Projekte zuständig. Hublot war und ist sehr stark am Wachsen, und es galt, das ERP und die dazugehörigen Prozesse in den verschiedenen neuen Niederlassungen einzuführen, zum Beispiel in Japan oder den USA. Später kümmerte ich mich dann auch um andere Projekte, wie zum Beispiel den Aufbau einer Basis für die Einführung einer BI-Lösung, die wir unterdessen nutzen und die sich bereits stark weiterentwickelt hat. Ausserdem habe ich auch an einem ganz speziellen Projekt zum Schutz vor Fälschungen mitgearbeitet.
Frédéric Pannatier (33) ist seit Januar 2012 CIO des Schweizer Luxusuhrenherstellers Hublot. (Quelle: Hublot)
Die Classic Fusion Bol d’Or Mirabaud, eine Sonderedition von Hublot zur 76. Austragung der Regatta auf dem Genfersee. (Quelle: Hublot)
Bei der Produktion einer mechanischen Uhr ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die IT spielt dabei eine immer wichtigere Rolle, wenn auch im Hintergrund. (Quelle: Hublot)

Können Sie uns etwas mehr über dieses System verraten?
Zu jeder Uhr, die wir heute verkaufen, gibt es eine spezielle Chipkarte mit einem digitalen Zertifikat, das wiederum mit der Seriennummer der Uhr verknüpft ist. Mit einem entsprechenden USB-Lesegerät kann man damit zu Hause im Internet oder in einer unserer Boutiquen die Echtheit einer Uhr überprüfen. Dieses System funktioniert sehr gut. Trotzdem denken wir bereits über ein neues nach, weil wir die Technologie mit USB-Lesegeräten nicht mehr so zeitgemäss finden. NFC ist dabei ein Thema. Wir haben uns aber noch nicht entschieden, auf was wir in Zukunft setzen wollen. Es gibt verschiedene Ansätze.

Das Beispiel zeigt: IT ist unterdessen überall anzutreffen. Welche Rolle sollte sie in Ihren Augen darum heute spielen?
Die IT wird heute in vielen Unternehmen nach wie vor als Back-Office-Dienstleistung abgetan. Ich sehe das etwas anders. Die Rolle der IT ist in meinen Augen nicht mehr die, die sie noch vor einigen Jahren war. Sie muss heute die Abteilung im Unternehmen sein, die am besten über neue Technologien im Bild ist und diese ins Business bringt – und nicht umgekehrt nur auf Wünsche oder Forderungen des Business reagiert. Aber: Innovationen sind natürlich nur dann möglich, wenn die Basis stimmt, also wenn die bestehende IT einwandfrei läuft.
 
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