Alles im Arbeitsspeicher

Alles im Arbeitsspeicher

7. September 2014 - Von Peter Welker, Roland Stirnimann und Jan Ott

Die In-Memory-Technologie hält Einzug in klassische Datenbankmanagement-Systeme. Dies hebt jedoch nicht automatisch alle bisherigen Einschränkungen auf.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/09
(Quelle: Trivadis)
Vor wenigen Jahren galten In-Memory-Datenbanken als Exoten und genossen eine Sonderstellung. Sie wurden im Fall von Oracle Times Ten und IBM SolidDB als Beschleunigungs-Caches für herkömmliche relationale Datenbanken (RDBMS) eingesetzt; im Fall von Exasol als spezialisierte, abfrageoptimierte Data-Warehouse-/Data-Mart-Lösung oder als kleine Open-Source- und Public-Domain-Implementierungen für jedermann (Beispiele: HyperSQL, SQLite). Inzwischen hat aber vor allem SAP Hana die In-Memory-Technik auf eine andere Ebene gehoben.

(Quelle: Trivadis)
(Quelle: Trivadis)

Noch 2010 sprach vor allem ein hochfrequentierter Lesezugriff auf den Daten-Caches oder ein intensives Lesen und Schreiben von temporären Daten für den Einsatz der In-Memory-Technik. Dies entlastete die «normale» Datenbank bezüglich Anzahl Transaktionen, I/O und User Sessions. Damit jedoch die Performance-Vorteile vollumfänglich ausgenutzt werden konnten, waren einfache und kurz laufende SQL-Statements erforderlich. Darüber hinaus musste die In-Memory-Datenbank nahe bei der Applikation sein, idealerweise auf demselben Server, um den Geschwindigkeitsvorteil nicht auf dem Netzwerk einzubüssen. All diese Anforderungen waren klar auf OLTP-Applikationen zugeschnitten. Dies sind Anwendungen, bei denen sehr viele Benutzer sehr viele kleine Änderungen an den Daten vornehmen, wie beispielsweise bei ERP- oder CRM-Lösungen. Analytische Applikationen mit wenigen, dafür komplexen, oftmals lang laufenden Abfragen waren wiederum nur durch wenige, auf Business Intelligence spezialisierte Lösungen optimiert. Diese orientierten sich stark an den spaltenorientierten Datenbankansätzen von Sybase IQ oder Vertica.
Eines haben die damaligen Lösungen mit den heutigen gemeinsam: das Risiko für Datenverlust. Dies, da die Daten im flüchtigen Hauptspeicher nicht zwingend synchron auf persistenten Speicher geschrieben werden.
 
Seite 1 von 7

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Vor wem mussten die sieben Geisslein aufpassen?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER