CIO-Interview: «IT wird bei uns höher eingestuft als anderswo»

CIO-Interview: «IT wird bei uns höher eingestuft als anderswo»

11. Mai 2014 - Beim Hörgerätehersteller Phonak nimmt die IT eine zentrale Rolle ein. Dafür, dass alles reibungslos funktioniert, sorgen Sven Blumenstiel und ein rund 200-köpfiges IT-Team.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/05
Sven Blumenstiel (48) ist seit Anfang Mai 2012 Director Cor­porate IT (CIO) bei Phonak und verantwortet in dieser Funktion die IT des Schweizer Hörgeräteherstellers sowie der ganzen Sonova- Gruppe mit ihren über 9000 Mitarbeitenden in weltweit über 90 Ländern. (Quelle: Phonak)
Swiss IT Magazine: Herr Blumenstiel, wie sind Sie in die IT gekommen?
Sven Blumenstiel:
Über einen kleinen Umweg. Ich habe während meinem Studium nebenbei Geld damit verdient, für die biologische Forschung an der Universität Software zu entwickeln. Was folgte, war eine typische Karriere in der IT von der Software-Entwicklung über die Verantwortung für den Betrieb der Systeme bis hin zur Übernahme von gewissen Führungsaufgaben und schliesslich der gesamten IT. Und ich bin nach wie vor mit Herzblut dabei.

Seit zwei Jahren sind Sie CIO bei Phonak. Welche Themen beschäftigen Sie aktuell?
Es gibt, wie das bei einer IT als Betriebseinheit üblich ist, immer viele Themen. Man hält das, was bereits da ist, sauber am Laufen. Hinzu kommen Projekte, die auch bei uns natürlich immer zahlreich vorhanden sind, die es erfolgreich durchzuführen gilt. Wir sind ein sehr innovationsgetriebenes Unternehmen, was immer wieder auch auf die IT durchschlägt.
Können Sie noch etwas konkreter werden?
Wenn wir den Bereich IT-Management betrachten, gibt es momentan zwei grosse Themen. Das eine ist die strategische Neuausrichtung der IT, die im letzten Jahr mit der Geschäftsleitung diskutiert und ausgearbeitet wurde und wo nun die ersten Initiativen gestartet wurden. Das zweite grosse Thema ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren sehr stark gewachsen ist, auch international, und wir die IT entsprechend aufstellen wollen. Ausgehend von der starken Präsenz der zentralen IT in der Schweiz, bauen wir im Moment die IT auch stark ausserhalb der Schweiz auf. In einem ersten Schritt steht Nordamerika im Fokus, mittelfristig folgen aber auch Schwellenmärkte, insbesondere in Asien, um auch dort mit dem Geschäftswachstum Schritt zu halten und die nötigen Services und die nötige Infrastruktur effizient bereitstellen zu können.

Also wird die IT dezentralisiert?
Nein, das kann man so nicht sagen. Wir haben eine gute Balance, wobei wir sicherlich von einer eher dezentralen Aufstellung der IT kommen, bedingt durch das schnelle Wachstum aber auch durch die Zukäufe, die die Sonova-Gruppe über die Jahre getätigt hat. Wir haben viele allgemeine Services zentralisiert, zum Beispiel die ganze Backend-Infrastruktur oder das Client-Management. Aber wir leisten uns nach wie vor auch eine dezentrale Präsenz. Wir haben an jedem Standort Mitarbeiter, die für die IT zuständig sind, vor allem um den Kontakt mit den lokalen Mitarbeitern und dem Geschäft nicht zu verlieren. Das lohnt sich. In einer jährlichen Umfrage, in der wir die Zufriedenheit der Mitarbeiter erheben, schneiden wir immer gut ab. Die Zufriedenheit mit der IT liegt im oberen 80-Prozent-Bereich. Das ist aus meiner Erfahrung ein sehr hoher Wert, auf den wir stolz sein können.
 
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