CIO-Interview: «Forschung und Lehre erfordern Flexibilität»

CIO-Interview: «Forschung und Lehre erfordern Flexibilität»

7. Dezember 2013 - Hochschulen weisen eine hohe Heterogenität auf. Reto Gutmann, Direktor Informatikdienste ETH Zürich, erklärt, wie man den diversen Bedürfnissen gerecht werden will.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/12
Der studierte Elektro-Ingenieur Reto Gutmann bekleidet seit Oktober 2011 das Amt des Direktors der Informatikdienste an der ETH Zürich. (Quelle: Mike Krishnatreya)
Swiss IT Magazine: Wenn Sie Ihre frühere Tätigkeit bei Siemens mit derjenigen bei der ETH Zürich vergleichen, was sind die besonderen Herausforderungen, die ein Hochschulbetrieb für die IT-Abteilung mit sich bringt?
Reto Gutmann:
Im Vergleich zur Industrie, welche eher bestrebt ist, möglichst viel zu standardisieren und damit Kosten einzusparen, unterscheidet sich ein Hochschulbetrieb bezüglich der Informatik besonders durch seine Heterogenität. Die Lehre und die Forschung stehen bei Hochschulen im Vordergrund, was Flexibilität und Freiheit erfordert. Unsere Aufgabe ist es, dies zu unterstützen.
Sie haben gerade erklärt, dass die Forschung ein zentrales Element einer Hochschule darstellt. Welche konkreten Auswirkungen hat dies auf die Informatikabteilung?
Wir müssen auf sehr viele unterschiedliche Bedürfnisse eingehen und Ansätze realisieren, die in anderen Unternehmen nicht benötigt werden. So bieten wir zum Beispiel High Performance Computing, was eine durchschnittliche IT-Abteilung nicht in ihrem Portfolio hat.
Ein weiterer Aspekt, an dem wir stark arbeiten, ist die Freiheit, die wir den Forschenden bieten müssen. Nehmen wir das Schlagwort Cloud als Beispiel. Es ist ein wichtiges Element des User-Self-Services, welches Nutzern ermöglichen soll, sich möglichst zeitnah selbst den benötigten Service über ein Portal zu besorgen. Wenn ein Forscher nachts um drei Uhr einen Server braucht, sollte er nicht zuerst ein Ticket eröffnen und anschliessend drei Tage warten müssen, sondern sollte diesen idealerweise dann auch gerade zur Verfügung haben. Er braucht ihn schliesslich zu diesem Zeitpunkt und nicht erst in drei Tagen.
 
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