Die Arbeit flexibler gestalten: Ein ganzheitliches ICT Arbeitsplatzkonzept ebnet den Weg

Die Arbeit flexibler gestalten: Ein ganzheitliches ICT Arbeitsplatzkonzept ebnet den Weg

6. Oktober 2013 - Von Andreas Blum

Mobiles Arbeiten bringt vielfältige Vorteile – für Mitarbeitende, Arbeitgeber und Pendler. Entscheidend zur Akzeptanz und damit zum Erfolg trägt eine ganzheitliche Konzeption des ICT Arbeitsplatzes bei: Technologie, Kulturentwicklung und Unternehmensstrategie müssen dabei in Einklang gebracht werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/10
Andreas Blum (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Notebooks und Smartphones gehören heute in den meisten Unternehmen zur Standard-ICT-Ausrüstung der Mitarbeitenden. Sie ermöglicht ihnen, über eine sichere Anbindung ans Unternehmensnetzwerk (Remote Access Services) zeitlich und örtlich unabhängig zu arbeiten. Neben den dafür notwendigen Minimalfunktionen wie E-Mails bearbeiten und Dokumente austauschen ist es inzwischen in vielen Unternehmen auch möglich, per Chat-Tool oder Videokonferenzen spontan mit Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten und die Bildschirm-Ansicht zu teilen.
Obwohl diese Voraussetzungen in vielen Unternehmen bereits seit mehreren Jahren gegeben sind und somit mobiles, ortsunabhängiges Arbeiten technisch möglich wäre, haben sich flexible Arbeitsmodelle bis heute nicht breit etabliert. Ein eindeutiges Indiz dafür sind die täglichen Pendlerströme, die sich jeweils morgens und abends in einem Zeitfenster von eineinhalb Stunden auf ein Maximum verdichten. Die Folge sind Platzmangel, Stau- oder einfach nur Ärger. Ergänzend zu kostenintensiven Ausbauten der Verkehrsinfrastruktur sucht die SBB als führendes Mobilitätsunternehmen der Schweiz nach neuen Lösungen die Hauptverkehrszeiten zu entlasten.

Mehr Produktivität, höhere Lebensqualität und weniger Ärger für Pendler


In der Feldstudie «WorkAnywhere» untersuchte die SBB in Zusammenarbeit mit Swisscom und unter wissenschaftlicher Führung der Fachhochschule Nordwestschweiz das Potenzial sowie verschiedene Einflussfaktoren mobilen Arbeitens zur Entlastung des Pendlerverkehrs. Dazu gestalteten 230 Versuchsteilnehmende ihre Arbeit so, dass sie die Hauptverkehrszeiten umgingen und stattessen zuhause oder zu anderen Tageszeiten von unterwegs aus arbeiteten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mit flexiblen Arbeitsmodellen die Arbeitszufriedenheit und Produktivität gesteigert werden können. Ein Grund dafür ist, dass Mitarbeitende die Arbeit zeitlich freier gestalten können und sie so eher in produktiven Phasen erledigen. Zudem wurde deutlich, dass bereits kleine Verhaltensänderungen der Pendler grosse Wirkung erzielen: Falls alle Bahn-Pendler mit grundsätzlich flexiblen Arbeitszeiten nur 20 Prozent ihrer Fahrten auf Zeiten ausserhalb der Stosszeiten verlagern, würden die Züge zur Hauptverkehrszeit um sieben Prozent entlastet. Die Möglichkeit, mobil und damit ortsunabhängig zu arbeiten, entspricht daher einer Win-Win-Win Situation: Arbeitgeber, Mitarbeitende und Pendler können davon profitieren. Aus diesem Grund steuert die SBB konsequent in diese Richtung und fördert – wo möglich und sinnvoll – flexible Arbeitsformen aktiv.
 
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