WLAN-Router der neuen Generation
Quelle: AVM

WLAN-Router der neuen Generation

Das Angebot an WLAN-Routern ist vielfältig. «Swiss IT Magazine» zeigt elf Modelle verschiedener Hersteller.
8. Juni 2013

     

Die Datenübertragungsrate, die dank dem neuen WLAN-Standard ac möglich werden soll, beläuft sich auf beeindruckende 1300 Mbit/s – so steht es zumindest auf dem Papier. In der Praxis fällt die tatsächliche Rate wie bei den Vorgängerstandards a, b, g und n dann deutlich tiefer aus. Nichtsdestotrotz kommt dieser Datendurchsatz im Vergleich zu den maximal 600 Mbit/s, die mit dem nächstjüngeren n-Standard theoretisch realisiert werden können, einem enormen Entwicklungsschritt gleich. Um diese Geschwindigkeit erst möglich zu machen, wird bei ac auf 5-GHz gesetzt und mit Bandreiten von 80 bis 160 MHz gearbeitet. Zum Vergleich: Beim n-Standard kamen noch Bandbreiten von 20 bis 40 MHz zur Anwendung. Ausserdem sind bei der Mimo-Technik, die dazumal mit dem n-Standard eingeführt wurde, nun bis zu acht parallele Datenströme – statt wie bisher nur vier – verfügbar.

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Hersteller halten sich zurück


Obwohl die ac-Technologie den Anwendern ein komplett neues Netzwerk-Erlebnis eröffnen soll, warten viele Hersteller mit entsprechenden Hardware-Produkten noch zu. «Bisher liegt IEEE 802.11ac lediglich als Entwurf vor. Viele professionelle Anwender werden daher bis zur Verfügbarkeit der finalen Spezifikation warten, um die bestmögliche Kompatibilität mit anderen Netzwerklösungen zu ermöglichen», liefert Axel Blumentritt, Team-Leiter Marketing bei Draytek, eine Erklärung für diesen Umstand. Emiel Witteveen, Regional Marketing Manager Central Europe bei Western Digital, teilt diese Ansicht und erklärt: «802.11ac ist eine noch neue Technologie. Das Ziel über die nächsten Jahre wird es sein, die Infrastrukturkomponenten so weit zu verbessern, dass das Versprechen der erhöhten Geschwindigkeit auch tatsächlich eingehalten werden kann.» Jörg Andreas, Senior Sales Engineer Europe bei Buffalo Technology sieht zumindest bereits eine Entwicklung auf diesem Gebiet: «Bislang waren Geräte nach 802.11ac eher ein Nischenmarkt in Ermangelung der Clients. Nun aber sind Client-Adapter am Markt, so dass normale Rechner ohne grossen Aufwand von den immensen Datendurchsatzraten profitieren können.»

Home Entertainment profitiert

Die befragten Hersteller sind sich darüber hinaus einig, dass der ac-Standard vor allem dem Bereich Home Entertainment zu Gute kommen wird. Frank Studerus, Managing Director bei Studerus, ergänzt aber: «Auch Restaurants, Hotels und Schulen, die typischerweise eine hohe Dichte an WLAN-Usern haben, bietet 802.11ac einen klaren Mehrwert.» Und der Schweizer Vertriebsleiter von AVM, Gerald Meiser, geht zudem davon aus, dass Privat-Cloud-Anwendungen ebenfalls vom neuen Standard profitieren können.


Das bringt die Zukunft
Zu den kommenden Neuerungen gehören neben der ac-Technologie laut Meiser ausserdem die zunehmende Integration von Smarthome-Funktionen in den WLAN-Routern sowie die vermehrte Standardisierung von USB 3.0 als Anschluss für USB-Festplatten im Home-Bereich. Der Marketing-Leiter von Draytek, Axel Blumentritt, geht derweil davon aus, dass neue Technologien zur Optimierung der Übertragungskapazitäten, wie beispielsweise Vectoring und Annex J, in den kommenden Gerätegenerationen nativ unterstützt und ausserdem ältere Produkte entsprechende Updates erhalten werden.


Sicherheit steht an oberster Stelle

Während alle befragten Hersteller der Überzeugung sind, dass im KMU-Bereich die Sicherheit der Router an oberster Stelle steht, nennt AVM-Vertriebsleiter Meiser zusätzlich die Stabilität, die Langlebigkeit, die Möglichkeit von Updates sowie die Einfachheit der Einrichtung als weitere wesentliche Punkte, die bei der Wahl eines Routers unbedingt beachtet werden sollten. Frank Studerus führt ausserdem an: «Mobile Devices sollten nicht auf das produktive LAN zugreifen können, weshalb gute WLAN-Router ein Gäste- oder BYOD-WLAN bieten, das vom LAN getrennt ist. Des weiteren sollten bei einem WLAN-Router mehrere WAN-Verbindungen zum Einsatz kommen, denn der steigende Einsatz von Cloud-Lösungen bringt eine grössere Abhängigkeit vom Internet-Zugang.»


WLAN nur als Zusatz
Doch so viele Vorteile drahtlose Netzwerke auch bringen, so ist Jörg Andreas von Buffalo Technology dennoch überzeugt: «Kabellose Netzwerke dürfen immer nur als Zusatznetzwerk angesehen werden, niemals als Haupt­übertragungsmedium. Denn Drahtlosnetzwerke unterliegen den örtlichen Umgebungsbedingungen wie Mauerwerken deutlich stärker als kabelgebundene Netzwerke. Ausserdem müssen sie von mehreren Geräten gleichzeitig geteilt werden.» (af)



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