Fernsehen neu definiert
Quelle: Filmwords

Fernsehen neu definiert

Filmwords will seinen Kunden ein neues Fernseherlebnis bieten, indem es sie mit Hilfe seiner Social-TV-Lösung unter anderem mit einem individualisierbaren TV Guide ausstattet.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2013/06

     

Der Regen trommelt unaufhörlich gegen die Fensterscheiben, Dunkelheit umhüllt das Haus und die Motivation, sich nach draussen zu bewegen, ist im Keller – die perfekten Voraussetzungen also, sich einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher zu machen. Stellt sich nur noch die Frage, was man sich denn anschauen soll. Hier setzt das Konzept von Filmwords an. «Fernseh-Guides sind in den letzten 50 Jahren mehr oder weniger unverändert geblieben, was für die Zuschauer bedeutet, dass sie sich durch eine Programmauflistung von rund 100 Sendern arbeiten müssen. Filmwords bietet nun mit seiner Social-TV-Lösung eine personalisierte Übersicht darüber, was gerade im Fernseher läuft und liefert Vorschläge dazu, was sich anzuschauen lohnt», beschreibt Martin Glauser, CEO von Filmwords, den Grundgedanken hinter dem Start-up.


Plattformübergreifende Vernetzung


Wie der Begriff Social TV erahnen lässt, sollen sich die Anwender des Dienstes durch das Fernsehverhalten ihrer Freunde inspirieren lassen und dadurch auf Fernsehinhalte stossen, die sie alleine nie entdeckt hätten. Hierzu bietet das Unternehmen den Nutzern die Möglichkeit, sich direkt auf den jeweiligen Streaming-Portalen – zum Beispiel Teleboy – mit ihren Freunden zu vernetzen und sich aktiv mit ihnen zu unterhalten. Alternativ kann Filmwords mit der hauseigenen App Zwap.TV, die sowohl für Android als auch iOS erhältlich ist, auch als Second-Screen-Dienst genutzt werden. Damit die Lösung auf den Seiten der Partner funktionieren kann, stattet Filmwords sie nach dem Widget-Prinzip mit den Social-TV-Features aus. «Bei unserer Lösung handelt es sich nicht nur um eine Technologie, die wir Dritten zur Verfügung stellen, sondern sie ist gleichzeitig ein Netzwerk, das die Zuschauer plattformübergreifend miteinander verbindet», erklärt Glauser einen der Vorteile von Filmwords. Demnach können Nutzer nicht nur mit anderen Anwendern kommunizieren, wenn sie sich für die gleiche Streaming-Plattform entscheiden, sondern sehen auch, was sich auf den anderen angeschlossenen Portalen tut. Bislang wurde die Einbindung des Dienstes in ein solches Portal zwar erst bei Teleboy realisiert, weitere sollen aber bald folgen.


Vier Komponenten zum Erfolg


Gesamthaft umfasst die Social-TV-Lösung von Filmwords vier Komponenten. Während sich die Nutzer in der TV Lounge in Echtzeit zu den konsumierten Shows austauschen können, bietet der TV Companion einen modernen TV Guide. Dieser listet auf, was sich Freunde gerade ansehen und versieht die Vorschläge jeweils mit den entsprechenden Profilbildern. Bei der Fernsehakademie handelt es sich derweil um ein Belohnungssystem. Hier werden den Nutzern für ihre Aktivitäten Punkte gut geschrieben, für die sie Badges und akademische Titel erhalten. Man startet als Student und wird zum Bachelor, Master oder Doktor einer Sendung, wenn man regelmässig im selben Sendeformat aktiv ist und dies mit den virtuellen Freunden teilt. Professor eines Formats wird derjenige, der in der jeweiligen Kategorie von allen Nutzern am meisten Punkte sammeln konnte.
Um aber nicht nur den Zuschauern einen Anreiz zu bieten, sondern auch anderen Unternehmen, hat Filmwords zudem das Werbesystem TV Adtracks lanciert. Mit Hilfe dieses Features sollen auch Firmen mit kleineren Marketing-Ressourcen in der Lage sein, Werbung zu schalten. Adtracks kombiniert Profile Targeting mit kontextuellem Targeting, wodurch die Werbetreibenden ihr Publikum gezielt eingrenzen können. «Gleichzeitig bietet Filmwords den klassischen TV-Vermarktern die Möglichkeit, den herkömmlichen Werbespot auf jene Social-TV-Kanäle zu verlängern, die während den Werbeunterbrechungen am meisten genutzt werden», ergänzt der CEO.


Entscheidungsfindung als Herausforderung


Die Anforderungen an die IT-Abteilung seines Unternehmens sind laut Glauser hoch, denn: «Die Umsetzung der hinter dem Dienst stehenden Technologien ist ziemlich komplex, weshalb wir das System weitgehend inhouse entwickeln.» Durch diese Entscheidung sieht sich das Start-up denn auch mit einem in der IT-Branche nicht unbekannten Problem konfrontiert: Dem Mangel an entsprechenden Fachkräften. Derzeit besteht die Informatikabteilung von Filmwords aus zwei Mitarbeitern, man ist aber auf der Suche nach mindestens zwei weiteren Fachkräften. Neben der Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden, steht Filmwords vor allem vor der Herausforderung, die verschiedenen Player im Fernsehbusiness, zu denen sowohl die Übermittler des Fernsehsignals als auch die Sender und TV-Hersteller gehören, davon zu überzeugen, sich an einer Netzwerklösung zu beteiligen. «Bei einigen der Unternehmen handelt es sich um Konzerne. Auf Grund deren Grösse gestaltet sich die Entscheidungsfindung schwieriger und nimmt mehr Zeit in Anspruch», führt der Filmwords-Chef aus.

Erfolg über die Landesgrenzen hinaus


Nichtsdestotrotz zeigt sich Glauser zuversichtlich, die gesteckten Ziele erreichen zu können. Bislang wird das Start-up von privaten Investoren finanziert. Später will das Unternehmen durch die Werbung, die auf dem Dienst aufgeschaltet wird, Umsatz generieren. Als übergeordnetes Ziel hat sich Filmwords die europäische Marktführung im Bereich Social TV gesetzt. «Einen ersten Schritt in diese Richtung haben wir bereits getan, indem wir Zwap.TV im gesamten deutschsprachigen Raum lanciert haben», ist Glauser überzeugt. (af)



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