CIO-Interview: «Wir betreiben vier Mal dieselbe Infrastruktur»

CIO-Interview: «Wir betreiben vier Mal dieselbe Infrastruktur»

4. Mai 2013 - Patrick Mastai verantwortet als Bereichsleiter Sicherheit & Technik bei Swiss Casinos Services die Informatik von vier Schweizer Casinos. Eine spezielle, interessante Aufgabe.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05
Patrick Mastai ist Bereichsleiter Sicherheit & Technik sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Swiss Casinos Services (SCS), die Service- und Management-Gesellschaft der Swiss Casinos Gruppe. (Quelle: Swiss
Casinos Services)
Swiss IT Magazine: Inwieweit haben Sie die Kontrolle darüber, ob ich am Spielautomaten etwas gewinne oder nicht?
Patrick Mastai: Eine interessante Frage. Von Kontrolle zu sprechen, wäre falsch, wenn Sie damit darauf anspielen, dass wir im Hintergrund an einem Rad drehen und die Gewinnchancen regeln. Das ist unmöglich, allein schon deshalb, weil sämtliche Spielautomaten von den Behörden zugelassen werden müssen. Aber es ist richtig, dass jeder Automat an einem internen Netzwerk angeschlossen ist. Die Informatik kommt zum Zug, wenn es darum geht, die Geldspielautomaten abzurechnen oder um die Zugriffe am Automaten aufzunehmen und zu protokollieren. Zur lückenlosen Aufzeichnung dieser Daten sind wir übrigens von der Eidgenössischen Spielbankenkommission verpflichtet. Das geht sogar soweit, dass die Automaten abschalten, falls die Server, welche diese Protokolle aufnehmen, ausfallen würden.
Die eigentlichen Spiele laufen also auf dem Automaten, nicht auf einem Server?
In der Schweiz schon. Hier muss jeder Automat mit dem dazugehörigen Spiel bewilligt und letztlich vor Ort abgenommen werden. Was Sie ansprechen, ist das sogenannte Server-based Gaming, das man im Ausland bereits findet. Dabei ist es möglich, das Spiel oder die Einsatzmöglichkeiten auf dem Automaten auf Knopfdruck umzustellen. Das wäre sicher auch für uns spannend. Es ist zum Beispiel so, dass wir am Wochenende ein völlig anderes Publikum im Haus haben als unter der Woche. Entsprechend würden wir unsere Automaten gerne dem Publikum anpassen. Server-based Gaming ist zudem auch eine spannende Geschichte bezüglich CRM. So wäre es möglich, via einer Kundenkarte dem Gast seine Lieblingsspiele anzuzeigen und im so ein personalisiertes Spiel­erlebnis zu ermöglichen. Doch in der Schweiz ist Server-based Gaming noch Zukunftsmusik, da von den Behörden nicht erlaubt.

Trotzdem scheint IT eminent wichtig für den Betrieb eines Casinos zu sein.
IT ist aus dem Blickwinkel von Verfügbarkeit und von Auflagen seitens der Behörden äusserst wichtig für uns. Wären die Auflagen des Gesetzgebers nicht so hoch, hätte unsere IT nie das Ausmass, die sie nun mal hat – etwa rund um die Spielautomaten. Wir sprechen hier von redundanten Systemen, mehrfach abgesicherten Netzwerken, Piket-Diensten mit Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit und, und, und. Doch letztlich ist IT auch für uns nur ein Werkzeug. Unser Produkt sind die Spiele in den Casinos, die Events und die Emotionen, die wir unseren Gästen ermöglichen.
 
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