Wege aus der IT-Grauzone

Wege aus der IT-Grauzone

6. April 2013 - Von Steven Henzen

Fachabteilungen entscheiden oft selbst über den Einsatz von Cloud-Diensten, ohne die IT einzubeziehen. Diese muss hier Gegensteuer geben, was jedoch neue Skills voraussetzt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/04
Wege aus der IT-Grauzone
Mit verbindlichen Guidelines für die Cloud können rechtliche Grauzonen in der Wolke verhindert werden. In diesen Richtlinien wird unter anderem definiert, welche Vorgaben zu Datenschutz und Datensicherheit zu beachten sind. (Quelle: T-Systems)
Analysten zufolge bedarf es der gebündelten Nutzung sogenannter disruptiver Technologien wie Cloud Computing, Big Data, Social Media und Mobility, um die heute erforderliche Nähe zu den eigenen Mitarbeitenden, verfügbaren Daten sowie bestehenden und potentiellen Kunden herzustellen. Ob Kundenservices, die rund um die Uhr verfügbar sein sollen, Marketingabteilungen, die das Kundenverhalten aus den Social-Network-Plattformen herauslesen wollen, Produktentwickler, die Informationen aus dem Social Web benötigen, um Innovationen zielgerichtet gestalten zu können, oder HR-Leiter, die attraktive, mobile Arbeitsplätze schaffen müssen, um im «War for Talents» zu bestehen: Der entscheidende Hebel, um dem Handlungsdruck der Fachbereiche gerecht zu werden, ist die IT.
Nie war Informations- und Kommunikationstechnik für den Erfolg von Geschäftsstrategien so entscheidend wie heute. Vorausgesetzt, IT-Abteilungen erkennen, was die Fachbereiche voranbringt und verstehen es, deren Nöte rasch in IT-Anforderungen zu übersetzen, bevor Marketing, Sales und Co. zur Selbsthilfe greifen. Die Fachbereiche erwarten von der IT Anwendungen, die verständlich, einfach zu nutzen und für jeden zugänglich sind. So werden laut IDC schon heute bei über der Hälfte aller ICT-Ausgaben in Unternehmen die Lines of Business (LOB) einbezogen. Ein Viertel aller Investitionen wird von den Entscheidern der Fachbereiche sogar ganz selbstständig getätigt.

Nach Ansicht von Marktexperten werden insbesondere die Cloud-Anbieter ihre ICT-Komponenten künftig nicht mehr an die CIOs verkaufen, sondern direkt an die Marketing- und Supply-Chain-Verantwortlichen. Nur die Cloud macht es möglich, Daten aus dem Web und aus Datenbanken zusammenzuführen und zu analysieren – im Verbund mit Big-Data-Technologien in wenigen Minuten statt wie bisher in Stunden oder Tagen. Ebenso ist es ohne die Cloud undenkbar, Apps und Daten unabhängig von Endgerät und Betriebssystem mobil nutzbar zu machen und eine nahtlose Zusammenarbeit über unterschiedliche Standards, Protokolle und Unternehmensgrenzen hinweg zu pflegen. Da bis zu 80 Prozent der IT-Anwendungen grosser Unternehmen aus Cloud-Ressourcen bereitgestellt werden, berühren die zur Selbsthilfe greifenden LOBs damit ausgerechnet eine Kernkompetenz der ICT und das Fundament der wichtigsten Services, die ein CIO bereitstellen kann.
 
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