Sutters Bits & Bytes: Ein ahnungsloser Preisüberwacher?

Sutters Bits & Bytes: Ein ahnungsloser Preisüberwacher?

9. Dezember 2012 - Heute suchen wir nach Gründen und Motiven, weshalb der Preisüberwacher jede noch so unpassende Gelegenheit nutzt, die Telekom- und die Kabel-Anbieter anzuprangern. Dies, obwohl die Schweizer Telekom-Branche in allen internationalen Vergleichen Spitzenplätze belegt. Es bieten sich mehrere Möglichkeiten an:
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/12
Sutters Bits & Bytes: Ein ahnungsloser Preisüberwacher?
(Quelle: zVg)
Option 1: Der Preisüberwacher hat zu wenig zu tun. Diese Annahme drängt sich auf, ist jedoch wenig wahrscheinlich. Er ist auch zuständig bei staatlich festgelegten Gebühren und Abgaben. Hier gäbe es weiss Gott noch jede Menge zu tun. Wir verfolgen deshalb die Option Unter­beschäftigung nicht weiter.
Option 2: Meierhans ist Opportunist und sagt sich: Die Preise sinken ohnehin. Ich springe auf den Zug auf. Das hilft meinem Image. Dank seiner Fähigkeit, Wind zu machen, weiss er, dass die Massenmedien jede seiner Verlautbarungen sofort und unkommentiert übernehmen. Wir ziehen diese Möglichkeit in die engere Wahl.
Option 3: Der Preisüberwacher ist Historiker. Er konzentriert sich in seinen Forschungs­arbeiten auf den Zeitraum zwischen 1291 und 2000. Seither ignoriert er alle Print- und Online-Medien. Es entging ihm, dass die Telefon- und die Internetpreise dramatisch sanken. Bündelangebote und Flatrates sind für ihn böhmische Dörfer. Obwohl wir wissen, dass Meierhans Jurist ist, schliessen wir die Variante «Historiker» als Zweitstudium nicht aus.
Option 4: Der Preisüberwacher hört und sieht derart schlecht, dass er nicht mehr wahrnimmt, wie sein Volk freiwillig und überall und pausenlos telefoniert, surft und simst und sich dabei keinen Deut um Preise kümmert. Diese Option ist zwar plausibel, scheidet aber aufgrund persönlicher Kenntnis seines Gesundheitszustandes aus.
Option 5: Der Preisüberwacher hat von der Telekom-Branche keine Ahnung, davon aber viel. Starkes Indiz dafür ist die neueste Wasserstandsmeldung aus seinem Haus zu den Wechselkursauswirkungen mit dem Titel «Frankenstärke und Preise». Meierhans holt zu einem Rundumschlag aus gegen die Internet- und Mobilpreise, obwohl er es besser wissen müsste: Fast die ganze Wertschöpfung in der Telekommunikation entsteht in der Schweiz, die Branche kann von tieferen Preisen importierter Produkte kaum profitieren. Wir ordnen der Option «Ahnungslosigkeit» deshalb eine hohe Wahrscheinlichkeit zu.
Was nun? Unsere Wahl fällt nach Abwägung aller Umstände auf die Kombination von Opportunist und Ahnungslosigkeit, wofür vor allem die weiträumige Umfahrung von Fakten in seinen für die Galerie bestimmten Verlautbarungen spricht.

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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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