Die Informatikzukunft ist weiblich

Die Informatikzukunft ist weiblich

4. November 2012 - Von Thomas Flatt
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/11
Dr. Thomas Flatt ist Präsident von Swiss-ICT und CEO der Abraxas Informatik AG (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Wer selber in der Informatik arbeitet, hat Mühe es zu verstehen, aber die Statistik spricht eine klare Sprache: Der Frauenanteil in unserer Branche ist nach wie vor tief - sehr tief. Und das scheint sich so schnell nicht zu ändern. Laut der aktuellen LehrabgängerInnen-Befragung waren in diesem Jahr nur knapp 13 Prozent der Absolvierenden Frauen.
Damit fehlt nicht nur Farbe in unserem Arbeitsalltag. Die niedrige Frauenquote ist auch ein massgeblicher Faktor für den immer akuter werdenden Fachkräftemangel in unserer Branche. Mädchen für die ICT zu motivieren, ist damit nicht nur eine Frage der selbstverständlichen Gleichberechtigung, sondern eine der fundamentalen wirtschaftlichen Herausforderungen, der wir uns in den nächsten Jahren stellen müssen.
Als Verband engagieren wir uns darum aktiv am Zukunftstag 2012 im Projekt «Mädchen – Informatik – los!», mit dem in Schülerinnen der Funke der Begeisterung für die digitalen Technologien geweckt werden soll. Wie nötig solche Aktivitäten sind, zeigt unter anderem auch die LehrabgängerInnen-Befragung: Mehr Informationsanlässe, die Informatik besser zu erklären, verstärkt Werbung an Schulen und über soziale Netzwerke zu machen sowie die Wichtigkeit der IT für die Gesellschaft klarer aufzuzeigen, sind laut den Junginformatikern die vier erfolgversprechendsten Aktivitäten, mit denen mehr Jugendliche für die ICT gewonnen werden könnten.
In Zukunft müssten wir vielleicht aber noch einen Schritt weiter gehen. Den mit Abstand grössten Einfluss auf die Berufswahl haben die Eltern. Darum sollten wir künftig auch sie speziell adressieren. Sei es, indem wir spezifische Elternanlässe organisieren, an denen wir die vielfältigen Perspektiven aufzeigen, die unsere Branche dem Nachwuchs eröffnen. Oder sei es, in dem wir alle auch selber bei Eltern in unserem Umfeld für unser Metier Werbung machen.
Wie gesagt, für uns, die wir täglich in diesem faszinierenden und innovativen Umfeld tätig sind, ist es schwer verständlich, dass für einen Grossteil speziell der weiblichen Bevölkerung Informatik negativ besetzt ist. Das wollen, müssen und können wir ändern. Ich bin mir fast sicher, dass auch Sie ein Mädchen kennen, dem Sie am 8. November im Rahmen des Zukunftstags vermitteln könnten, wie spannend Ihre Arbeit ist!

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