Vergessen Sie Facebook, Twitter & Co.

Vergessen Sie Facebook, Twitter & Co.

29. September 2012 - Von Daniel Niklaus
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/10
Wenn wir von Web 2.0 reden, ist der Wandel für die Geschäftswelt fundamentaler als ein paar Social-Media-Plattformen. Web 2.0 ist die Neuerfindung, wie wir in Zukunft Produkte erfinden, produzieren und vermarkten.
Kennen Sie den Musikstar Justin Bieber? Als 2008 der Musik-Manager Scooter Braun auf Youtube nach dem Song «Respect» von Aretha Franklin suchte, schlug ihm Youtube den 13-jährigen Justin vor. Dessen Mutter stellte eine private Aufnahme des Songs von ihrem Sohn online und der Manager war so begeistert, dass er aus dem damals noch unbekannten Kind einen Megastar machte. Solche Veränderungen sind mit Web 2.0 gemeint. Eine private Person produziert mit wenig Geld ein Video, platziert es auf einer öffentlichen Plattform und findet – sofern es gut ist – sein Publikum.
Ein Unternehmen, das die neuen Marktmechanismen begriffen und integriert hat, ist Amazon. Schon früh setzte Amazon auf Kundenbewertungen und Affiliate-Programme – erste Formen von Social Media. Und diesen Weg geht das Unternehmen bis heute konsequent. Suchen Sie ein Produkt bei Amazon, bietet das Unternehmen nicht nur an, was es selbst an Lager hat. Nein, Mitbewerber und Private können dasselbe Produkt zu ihren eigenen Preisen mit anbieten – selbst dann, wenn bei Amazon ein Artikel vergriffen ist. Stellen Sie sich vor, sie gehen zu Digitec, und dort steht neben einem iPad das Preisschild von Brack.ch und Steg Computer.
Sie halten die Strategie, private oder fremde Anbieter auf der eigenen Website zu integrieren für verrückt? Der Online-Umsatz von Digitec, Brack und Steg zusammen wird auf rund 400 Millionen Franken geschätzt. Auf Ricardo.ch und Ebay.ch verkaufen Private an Private Waren im Wert von knapp 900 Millionen Franken im Jahr. Web 2.0 bedeutet auch, dass Unternehmen im grossen Stil ausgeschlossen werden, wenn Private unter sich Geschäfte machen. Verrückt ist wohl eher, wer aus Prinzip neue Geschäftsmodelle verwirft.
 
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