CIO-Interview: «Die IT hat die Komplexität nicht mehr beherrscht»

CIO-Interview: «Die IT hat die Komplexität nicht mehr beherrscht»

2. April 2012 - Die IT-Abteilung des Schweizer Milchverarbeiters Emmi steht vor einer Kehrtwende: CIO Heinz Hodel will mit seinem Team vom IT-Versorger zum Service Provider werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/04
Heinz Hodel, CIO Emmi Gruppe (Quelle: Emmi)
Swiss IT Magazine: Wie definieren Sie Ihren Job als CIO bei Emmi?
Heinz Hodel: CIO in einem so spannenden Unternehmen wie Emmi zu sein, ist nicht nur abwechslungsreich und heraus­fordernd, sondern auch ein Privileg. Der Umstand, dass die Technologie allgegenwärtig ist und die Datenmenge exponentiell zunimmt, macht den Job jedoch nicht einfacher. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, die Informatik optimal mit dem Business in Einklang zu bringen. Zudem habe ich langfristig die Aufgabe, mit weniger mehr zu machen – also die Kosten zu senken und gleichzeitig einen klaren Wertbeitrag zu schaffen. Dazu müssen wir uns auf das Management der wesentlichen IT-Aktivitäten konzentrieren, das heisst die Bereitstellung der digitalen Infrastrukturen, die Sicherheit der IT, Datenintegrität und Systemverfügbarkeit stehen klar im Fokus. Jedoch rücken Wachstumsvorgaben und Innovationen vermehrt in meinen Blickpunkt. Ich beschäftige mich zunehmend auch mit der Steigerung der IT-Durchdringung im Unternehmen sowie der Verbesserung der IT-gestützten Interaktion, der Rationalisierung des IT-Betriebs und mit technologischen Innovationen, um so dem Business allenfalls bei der Entwicklung von neuen Produkten, Märkten und Geschäfts­modellen behilflich zu sein.
Und wie sieht Ihr Alltag aus?
Mein Tagesablauf wird stark von operativen Tätigkeiten geprägt. Der Bereich Emmi IT Services befindet sich komplett in einem Umbruch. In den zwei Jahren, in denen ich nun bei Emmi arbeite, konnte ich die Informatik in der Gruppe neu positionieren. Gleichzeitig versuchte ich, mit einem konsequenten IT-Organisationsdesign für mehr Flexibilität zu sorgen. Dabei unterstützt mich die neu etablierte IT-Governance bei der Umsetzung der im letzten Sommer verabschiedeten IT-Strategie sowie der Erfüllung von Compliance-Anforderungen. Ich rapportiere direkt an den CEO, was einen entscheidenden Vorteil für mich und die IT darstellt.
Wie ich schon erwähnte, stellt das IT-/Business-Alignment eine zentrale Herausforderung dar. Mein Ziel ist es, die IT bis Ende 2013 von einem klassischen IT-Operator zu einem echten IT Service Provider zu transformieren. Ich sehe die IT klar in der Rolle als Partner des Business, die Zeiten des reinen Computer-Betreibers gehören der Vergangenheit an.
Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Mein Alltag gestaltet sich unterschiedlich und oft hektisch. Emmi fährt einen gezielten Wachstumspfad. Die Gruppe generiert heute mit über 45 Unternehmen einen Umsatz von über 2,7 Milliarden Franken. In den kommenden Jahren wird ein Umsatzziel von 4 Milliarden angestrebt, primär über Akquisitionen. Die Vielzahl unserer Tochtergesellschaften sowie potentielle Neuzugänge lösen somit tagtäglich unzählige Aktivitäten in den Themen Betrieb und Integration aus. Gleichzeitig sind geplante Unternehmenszukäufe auf ihre Integrationsfähigkeit und IT-Risiken hin zu prüfen. Die Fülle dieser Aufgaben in Kombination mit den generellen Transformationsbestrebungen führen doch öfters zu langen Arbeitstagen.
 
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