Frauen für die IT gewinnen

Frauen für die IT gewinnen

6. November 2011 - von Silke Kemnitz

Frauen könnten zur Lösung des IT-Fachkräftemangels beitragen. Dazu muss allerdings das Image des Berufsfeldes verbessert werden und ein Umdenken stattfinden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/11
Trotz steigender Bedeutung und vielfältiger Verbesserungsmassnahmen herrscht im Bereich ICT generell ein Nachwuchs- und Ausbildungsmangel. Und Frauen in der IT sind immer noch deutlich in der Unterzahl, wie aktuelle Zahlen zeigen (siehe «Frauen in der IT»). Grund genug, sich zu fragen, wie es denn um den weiblichen IT-Nachwuchs bestellt ist.

Junge Frauen sind in der Unterzahl

Berufe der ICT, die in einer Berufslehre erlernt werden können, werden auf den Webseiten der ICT-Berufsbildung vorgestellt: Informatiker/-in EFZ, Mediamatiker/-in EFZ und Informatikpraktiker/-in EBA heissen die aktuellen Ausbildungsberufe der ICT. Zu finden sind Erklärungen, welche Tätigkeit der Beruf beinhaltet und welche Anforderungen gestellt werden. Zum besseren Verständnis finden sich auf der Website ebenfalls Videos zum jeweiligen Beruf.
Das Video zur Informatiker/-in steuert das Schweizer Fernsehen bei: Ein junger Applikationsentwickler, der um acht Uhr morgens seine Rechner aufstartet, um zehn Uhr einen Pausenraum voller Männer (mit Ausnahme zweier Frauen) betritt, um sich mit ihnen auszutauschen, und der die Abwechslung in seinem Beruf liebt. Wohl kaum eine Darstellung, die bei jungen Frauen auf uneingeschränkte Begeisterung stösst.

Mediamatik-Lernende haben ein Video zum Beruf Mediamatiker/-in gedreht. Auch bei diesem Berufsbild ist die aktive Darstellung mehrheitlich in Männerhand, während die Darstellung der weiblichen Lernenden wenig aussagekräftig ist.
Das Video zum/r Informatikpraktiker/-in schliesslich stammt vom Schweizerischen Verband für Berufsberatung SVB. Wenigstens hier verlegt eine junge Frau tatkräftig Kabel, während sich ihre männlichen Kollegen um die Ticketaufnahme, Programmierung und Hardware-Reparatur beziehungsweise Implementation kümmern.

Damit liegt der Verdacht nahe, dass auch im ICT-Berufsbildungsbereich junge Frauen in der Unterzahl sind. Und die männlich dominierte Berufsdarstellung ist leider kaum geeignet, daran etwas zu ändern. Offensichtlich wird die Unterzahl der Frauen indes in der Statistik der Informatikstudierenden der ETH Zürich von 1990 bis 2010. Der Frauenanteil in dieser Statistik liegt im Jahr 2010 bei knapp 11 Prozent – 850 Männern stehen 110 Frauen gegenüber (mehr dazu im Kasten unten links).
 
Seite 1 von 3

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Was für Schuhe trug der gestiefelte Kater?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER