Kabellose Netze mit Highspeed
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Kabellose Netze mit Highspeed

WLAN-Router können heute einiges mehr als nur ein Funk-netzwerk herstellen und bieten bald 600 Mbit/s Bandbreite.
8. Juli 2011

     

Lokale Funknetzwerke sind heute längst auch in kleinen und mittelgrossen Unternehmen zu einem Standard geworden. Die WLANs (Wireless Local Area Networks) erweitern lokale Netzwerke, um überall und mit den verschiedensten mobilen Geräten den Zugriff auf Unternehmensdaten zu ermöglichen oder um ihn dort einzurichten, wo eine Verkabelung unmöglich ist. Sie bieten laut Candid Aeby, Product Manager beim Schweizer Netzwerk-Distributor Studerus, im Vergleich zu LANs damit eine erhöhte Flexibilität. Das bestätigt auch Jürgen Gosch, Small Business Market Manager bei Cisco Systems. Der aktuelle Standard IEEE 802.11n und Router der neuesten Generation, wie die acht Modelle, die sich in der untenstehenden Markt-übersicht finden, ermöglichen heute ausserdem schnelle Datenübertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s.

Kein planloser Aufbau

Vor dem Aufbau eines kabellosen Netzwerks ist laut Mike Lange, Director Customer Service, Business Development & Product Marketing bei D-Link, eine professionelle Funknetz- und RF-Planung wichtig. Dabei wird beispielsweise geklärt, wie die einzelnen, überlappenden Funkzellen aufgebaut werden, um eine optimale Abdeckung zu erzielen, welche Funkkanäle und Frequenzen verwendet werden und wie eine Steuerung der SSIDs erfolgt. Gemäss Cisco lohnt sich oft auch eine Ausmessung (Site Survey) eines IT-Fachspezialisten, um das beste Ergebnis zu bekommen. Danach folge dann bereits schon die Frage, wie man die Sicherheit des neuen WLAN-Netzwerks gewährleisten will, damit keine Drittpersonen von aussen unberechtigt Zugriff haben. Erst dann geht es an die Auswahl des richtigen Routers und womöglich dazugehöriger Access Points.


Die Wahl des Routers

Ein aktueller, moderner WLAN-Router für ein KMU muss verschiedene Funktionen aufweisen. Dazu gehört die Unterstützung für den neuesten IEEE-802.11n-Standard, aber auch für ältere wie b oder g. Candid Aeby von Studerus empfiehlt weiter eine Dual-Radio-Funktion, womit alle alten Geräte über das 2,4-GHz-Netz verbunden werden und neuere Modelle gleichzeitig das 5-GHz-Netz nutzen können. Damit werde die Verbindung stabiler und man müsse ältere Modelle nicht zwingend ersetzen.

Für Jürgen Gosch von Cisco ist weiter die Konfiguration mehrerer SSIDs respektive MSSIDs wichtig, «so können Firmen über ihr eigenes WLAN auch Gästen Zugang ins Internet ermöglichen.» Dem pflichtet Axel Blumentritt von Draytek bei. Wichtig ist für die beiden WLAN-Router-Experten ausserdem eine VPN-Unterstützung (IPsec und/oder SLL), allerdings müsse der Router dann aber natürlich auch genügend Performance liefern. Indizien dafür sind der Datendurchsatz bei Belastung und die maximale Anzahl gleichzeitiger VPN-Sessions.


Laut Gerald Meiser, Vertriebsleiter von AVM Schweiz, sind für Kleinbetriebe ausserdem Funktionen wie Telefonie (Festnetz, VoIP, Fax), schneller Internetzugang (ADSL2+, VDSL, Kabel) sowie die Möglichkeit, UMTS, Drucker oder NAS anzuschliessen, spannend. Mike Lange von D-Link plädiert derweil für eine möglichst grosse Sicherheit. Die werde einerseits durch Verschlüsselungsmöglichkeiten wie WPA/WPA2 (Mixed Mode) gewährleistet – sollte heute überall Standard sein – und durch einige weitere, zusätzliche Funktionen ergänzt. Für den einfachen Betrieb des WLAN-Netzes empfiehlt Lange ausserdem eine zentrale Managementsoftware oder die sogenannte AP-Array-Funktion.
Für den Aufbau eines WLAN-Netzwerks ist in einem KMU übrigens nicht immer zwingend ein WLAN-Router vorausgesetzt, wie Candid Aeby von Studerus erklärt: «Wir sind der Meinung, dass ein WLAN-Router nur bei Kleinstfirmen Sinn macht. Allen anderen empfehlen wir eine Firewall mit mehreren LAN-Ports, die die Router-Funktion übernimmt. Das WLAN-Netz baut dann Business-Access-Points auf, die für diesen professionellen Einsatz prädestiniert sind.» Mit dieser Lösung können laut dem Product Manager LAN und WLAN sauber getrennt werden. Gleichzeitig erfolge der Zugriff vom WLAN auf das Firmennetzwerk so kontrolliert.

Dorthin geht die Reise

Der WLAN-Standard IEEE 802.11n ermöglicht aktuell Datenübertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s. In Zukunft werden damit aber noch deutlich grössere Geschwindigkeiten realisierbar sein. D-Link spricht von möglichen Bandbreiten von demnächst 450 Mbit/s und später 600 MBit/s, die aufgrund steigender Datenmengen nötig werden. Ein Beispiel für einen aufkommenden, sehr Bandbreiten-hungrigen Dienst ist gemäss Jürgen Gosch von Cisco die Videokommunikation. Laut Candid Aeby von Studerus spielen schnellere Übertragungsraten zudem dem Cloud Computing in die Hand und ermöglichen grundsätzlich noch flexiblere Arbeitsplätze.


Axel Blumentritt von Draytek erwartet von WLAN-Routern der Zukunft neben höheren Datentransferraten vor allem die Anbindung weiterer Mobilfunktechnologien wie LTE für eine erhöhte Ausfallsicherheit. Mike Lange von D-Link hegt sogar die Vision eines vollwertigen Netzwerkgerätes, das USB-Festplatten und Drucker integriert. Davon ist man heute noch ein bisschen entfernt, wobei man in der untenstehenden Marktübersicht bereits zwei WLAN-Router mit integriertem NAS findet und einige weitere Modelle sich dank einer USB-2.0-Schnittstelle mit diversen anderen Geräten, wie beispielsweise eben externen Harddisks, ergänzen und zu einem NAS erweitern lassen. (mv)



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