Für ein Zürcher Silicon Valley fehlt der Nachwuchs

Für ein Zürcher Silicon Valley fehlt der Nachwuchs

26. November 2010 - Der Stadtrat möchte Zürich zu einem führenden Zentrum der Informatik, zu einem Silicon Valley, machen. Doch an den Zürcher Schulen fehlt ein nachhaltiger Informatikunterricht weitgehend. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für einen ausreichenden einheimischen Nachwuchs.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/12
Herbert Bruderer (Quelle: Vogel.de)

Am 14. Januar 2011 findet an der ETH Zürich der 2. Schweizer Tag für den Informatikunterricht statt. Er wird vom Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht der ETH Zürich (www.abz.inf.ethz.ch) organisiert und steht unter dem Motto „Nachhaltig Wissen vermitteln“. Wie im Vorjahr stehen zehn spannende Workshops zur Auswahl, in denen die Teilnehmenden sich im direkten Austausch mit Forschenden und Didaktiklehrpersonen neue Impulse und spannende Konzepte für ihren Unterricht holen können. Ein zusätzlicher Höhepunkt sind zwei Kurzvorträge des weltbekannten Turing-Preisträgers Prof. Dr. Niklaus Wirth zu „Programmieren“ und von Prof. Dr. Valentina Dagiene, der Erfinderin des erfolgreichen Wettbewerbs «Informatik-Biber». Der Anlass richtet sich an Mathematik-, Physik- und Informatiklehrkräfte der Mittelschulen sowie an Lehrpersonen der Volksschule. Am ersten Schweizer Tag für den Informatikunterricht haben 120 Lehrkräfte teilgenommen. Ein ausführliches Programm und Angaben zur Anmeldung gibt es unter www.abz.inf.ethz.ch/stiu.


Der Zürcher Stadtrat träumt von einem Silicon Valley. Die Bemühungen um eine Stärkung der Leitwissenschaft Informatik und des Werkplatzes Zürich sind natürlich sehr verdienstvoll. Dabei darf Informatik (Informatikgrundlagen) aber nicht mit Informatikanwendung (Rechnerhandhabung) verwechselt werden. Im Unterschied zu Informatikanwendungen sind Informatikgrundlagen langlebig.



Nachhaltiger Informatikunterricht ist unabdingbare Voraussetzung

Damit Zürich zu einem Silicon Valley wird, muss der nachhaltige Informatikunterricht an unseren Schulen gefördert werden. Voraussetzung dafür ist – neben einer guten Berufsbildung – u.a. auch eine Informatikausbildung an unseren Gymnasien, die diesen Namen verdient. Mathematik und Physik sind an unseren Mittelschulen Pflichtfächer, nicht aber Informatik.


Die Informatik, die fast alle Lebensbereiche durchdringt, wurde mit der Maturareform von 1995 grösstenteils aus unseren Mittelschulen verbannt. Erst seit dem Schuljahr 2008/2009 dürfen Schweizer Gymnasien das Ergänzungsfach Informatik anbieten. Das Fach ist jedoch freiwillig, und es kommt nur bei genügend Anmeldungen zustande. Dass der Nachwuchs an gut ausgebildeten Informatikerinnen und Informatikern bei weitem nicht ausreicht, überrascht unter diesen Umständen nicht.



 
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