Solothurner Linux-Entscheid willkürlich

Solothurner Linux-Entscheid willkürlich

20. September 2010 - Der Verein /ch/open fordert von der Solothurner Regierung, ihren Entscheid, trotz anderer Empfehlung seitens Experten auf Linux zu verzichten, im Detail zu begründen.
Solothurner Linux-Entscheid willkürlich
(Quelle: Vogel.de)

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Solothurn seine Pläne, auf Linux zu setzen, komplett verwirft (Swiss IT Magazine berichtete). Nun meldet sich der Verein Swiss Open Systems User Group /ch/open zu Wort und spricht von einem "willkürlichen Entscheid des Solothurner Regierungsrates gegen Linux", den man in Frage stelle. In einer Mitteilung schreibt /ch/open: "Obwohl die Solothurner Regierung noch im letzten Monat ihre positive Haltung zum Linux-Projekt der kantonalen Verwaltung öffentlich bekräftigte, hat sie letzte Woche ihre Strategie überraschend über den Haufen geworfen und sich plötzlich für Windows ausgesprochen. Dabei hat sie entgegen den Empfehlungen der von ihr selber beigezogenen IT-Experten entschieden."


Bezüglich Experten bezieht sich /ch/open auf einen Regierungsratsbeschluss vom 10. August 2010. Darin antwortete man auf eine Interpellation seitens CVP/EVP/GLP vom 23. Juni mit dem Titel "Linux-Strategie am Ende": "Die Experten empfehlen, die bisher gewählte Ausrichtung auf offene Systeme und Linux nicht zu ändern, sondern nur die bisher gewählte Art und Weise der Umsetzung der Linux-Desktop-Strategie zu korrigieren. Gemäss Aussagen der Experten entspricht die Ausrichtung auf eine Öffnung im Bereich des IT-Arbeitsplatzes, wie sie vom Kanton Solothurn angestrebt wird, den allgemeinen Entwicklungstendenzen in der IT-Branche. Eine 'Verabschiedung' von Linux wäre gemäss Aussagen der Experten als Rückschritt einzustufen. Diese Empfehlung erachten wir als fundiert begründet und nachvollziehbar, weshalb eine Strategieänderung nicht in Erwägung gezogen wird."

Angesichts dieser Empfehlung und des nun getroffenen Entscheids, komplett auf Linux zu verzichten, fordere man den Regierungsrat nun auf, alle Einzelheiten der Urteilsfindung bekannt zu geben und ein allfälliges Nachfolgesystem im Rahmen einer korrekten öffentlichen Ausschreibung zu beschaffen. Gemäss der Mitteilung plane der Kanton Solothurn nämlich, nächstes Jahr alle kantonalen Desktop-Rechner komplett auf Windows 7 umzustellen, und dies offenbar ohne öffentliche Ausschreibung.

(mw)

Kommentare

Mittwoch, 9. März 2011 Christian Lee
Solch plötzliche, unerwartete Kehrtwendungen zurück zur proprietären Windows-Software sind im vergangenen Jahrzehnt weltweit immer wieder vorgekommen. Beispiele: - die ISO-Zertifizierung des OOXML-Formates (beim dritten Anlauf) - plötzlicher Rückzug des 'One Laptop per Child'-Programms in Nigeria - plötzlicher Schwenker von Wienux zurück zu Windows (Stadt Wien) - ..... (grosse Zahl ähnlicher unerwarteter und z.T. spektakulärer Kehrtwendungen) Christian Lee, 9410 Heiden

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