Microsoft: Ganzes Gerichtsverfahren soll fallengelassen werden

Wegen Verfahrensfehlern soll der ganze Kartellrechtsprozess abgebrochen werden, fordert Microsoft.
8. August 2001

     

Bill Gates und sein Konzern ziehen einmal mehr vor den obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Das Ziel des Vorstosses: Das ganze Kartellrechtsverfahren gegen den Softwareriesen soll fallengelassen werden. Diese Forderung begründet Microsoft mit Verfahrensfehlern von Richter Thomas Penfield Jackson. Der Richter hatte im letzten Jahr angeordnet, dass der Konzern in zwei Teile aufgeteilt werden soll. Dieses Urteil wurde aber im Juni wieder aufgehoben - unter anderem wegen Verfahrensfehlern. Die ungeschickten Handlungen von Jackson führen jetzt zur Forderung Microsofts, dass die ganze Angelegenheit eingestellt werden soll. So soll auch die Auswahl eines neuen Richters, die bereits begonnen hat, wieder abgeblasen werden.
Damit hat sich Microsoft auch etwas aus der Schusslinie gebracht, was den Release von Windows XP angeht. 18 US-Staaten und das Justizdepartement haben Microsoft vorgeworfen, seine unlauteren Praktiken auch im neuesten OS fortzuführen und verfolgten Bestrebungen, den Release von Windows XP in der geplanten Form per richterlicher Verfügung zu verhindern. Experten analysieren nun, dass die Position der Microsoft-Gegner durch den neuesten Coup des Softwareriesen erschwert werde.
Derweil wurde bekannt, dass der Gates-Konzern Windows XP schneller als erwartet auf den Markt bringen will. So sollen gewisse PC-Hersteller bereits Ende September, also einen Monat vor dem angekündigten Release, das neue Betriebssystem mit ihren Maschinen mitliefern können. (mw)


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