ISPs fordern Preissenkungen

Swisscom versucht abzuwiegeln, aber die von ihr abhängigen ADSL-Anbieter fordern angesichts der Cablecom-Offensive tiefere Wholesale-Preise. Einen Bandbreitenkrieg kann ADSL mit dem Kabel aber nicht eingehen.
18. November 2003

     

Die Verdreifachung der Bandbreite der meisten Kabel-Breitband-Angebote durch Cablecom bei gleichzeitiger Preissenkung setzt den ADSL-"Über"-Provider Swisscom unter Druck. Die von Swisscoms Wholesale-Preisen abhängigen ISP wie Green oder Tele2 fordern neben einer generellen Preisanpassung vor allem die sofortige Streichung der Aufschaltgebühr von 100 Franken. Swisscom gibt sich derweil betont gelassen. Man werde die Entwicklung der Neuanmeldungen verfolgen und keinen Schnellschuss abgeben, so Swisscom-Sprecher Sepp Huber.

Bei aller zur Schau gestellten Gelassenheit ist eines klar: Swisscom kann es sich nicht leisten, das Neukundengeschäft Cablecom zu überlassen. Schliesslich sind ADSL-Kunden auch Festnetztelefonierer und vielleicht künftig auch Konsumenten von Fernsehen und anderen Multimediadiensten über Internet. Zudem kommt es viel teurer, Cabelcom die jetzt verlorenen Kunden wieder abzujagen, wenn der Markt in voraussichtlich zwei Jahren verteilt ist. Green-Chef Guido Honegger erwartet, dass der Konkurrenzkampf eher über die Preise als über die Bandbreiten geführt wird. Denn leistungsmässig kann ADSL, wenn es hart auf hart geht, sowieso nicht mit der Kabeltechnik mithalten.


Swisscom versucht derweil das Breitband-Konkurrenzwasser auf ihre Mühle umzuleiten: Nun sehen man, dass es auf der letzten Meile Konkurrenz gebe und dass darum eine Entbündelung unnötig sei, so Huber



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