PC-Spezialist und Computer Express buhlen um Vobis-Reste

Im Moment ist es mehr als Unklar, wohin die Zukunft der angeschlagenen Vobis-Gruppe geht.
21. Mai 2001

     

Die Zukunft von Vobis Schweiz wird unklarer. Heute flatterten uns gleich zwei Mitteilungen von Unternehmen ins Haus, die sich für das Vobis-Erbe interessieren, beide aus unerwarteter Richtung. Da ist zum ersten PC-Spezialist, mit seinen 139 Franchisebetrieben in Deutschland, Österreich und Luxemburg eine der grössten Computerhandelsketten im deutschsprachigen Raum.
PC-Spezialist macht den bisherigen Mitarbeitern von Vobis Schweiz das Angebot, sich selbstständig zu machen, und eine Franchiselizenz zu erwerben. Dabei denkt man, nach Auskunft von PC-Spezialist-Sprecher Bastian Fröhlig, im Moment vor allem an das Personal der bereits früher geschlossenen 10 Filialen, aber natürlich gelte das Angebot für alle interessierten und qualifizierten Vobis-Mitarbeiter. Mit PC-Spezialist würde eine neue Kraft die Szene im Schweizer Computer-Retail betreten.
Computer Express seinerseits prüft eine Übernahme von Vobis Schweiz. Dabei ist für Computer Express nicht der Brandname, sondern vor allem die sechs noch offenen Filialen und das dortige Personal reizvoll. Computer Express sei zufrieden mit dem eigenen Brand, sagte COO David Recher. Als Discounter habe man auch eine andere Ausrichtung als der Retailer Vobis. Bei Computer Express ist man natürlich nicht begeistert darüber, dass die Muttergesellschaft von Vobis, Vobitech, anscheinend ein Management Buy-Out unterstützen will. Das alte Management habe schliesslich die heutige Situation zu verantworten.
Die Situation könnte sich noch weiter komplizieren. Wie der Newsletter von "It Europa" schreibt, könnte auch der italienische Assemblierer/Retailer Tecnodiffusione zu den Anwärtern gehören. Tecnodiffusione habe nicht nur Vobis Italien für 27 Mio. Dollar von Vobitech erworben, sondern auch eine Option für den Kauf der restlichen europäischen Operationen. "Für uns wird es spannend sein, ob Vobitech einen Entschluss aus betriebswirtschaftlichen Gründen fasst, oder ob stark politisch entschieden wird", kommentierte David Recher. Auf jeden Fall wird man in nächster Zeit noch einiges über Vobis hören.


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