Google wird zum Januskopf


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2006/02

     

Eine heikle Gratwanderung unternimmt derzeit Google: Der Suchmaschinenspezialist, dessen Firmenmotto «Don’t be evil» (Sei nicht böse) lautet, beugt sich chinesischer Zensur, um auf dem lukrativen Markt im Reich der Mitte besser Fuss fassen zu können. Der chinesischen Führung missliebige Themen wie Demokratie, Menschenrechte oder Tibet werden automatisch aus den Suchergebnissen des jüngsten Google-Ablegers herausgefiltert. Auch wenn die Google-Exponenten von einem «schwierigen Entscheid» sprechen und die Konkurrenz von MSN Search und Yahoo diesen Schritt längst vollzogen hat, dürfte die Massnahme das propere Image der Such-Saubermänner doch erheblich ankratzen.
Dies insbesondere auch, als sich Google an der Heimatfront standhaft weigert, der Regierung Daten herauszurücken. Die Bush-Administration verlangt von den Suchmaschinen-Betreibern die Herausgabe der Daten über Suchabfragen während einer gesamten Woche sowie ein Sample von einer Million URLs, um gegen Kinderpornografie vorgehen zu können. Während für Google die Massnahme zu weit geht, haben die Konkurrenten mit der Regierung kooperiert.





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