Voice over IP

Voice over IP

15. Januar 2001 - Technische Hindernisse für Voice over IP gibt es kaum mehr. Dennoch soll der grosse Durchbruch erst in den nächsten beiden Jahren erfolgen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/01

Der Hype hat sich deutlich abgeschwächt. Nachdem noch vor ein, zwei Jahren männiglich von Internet-Telefonie gesprochen hat, ist das Thema mittlerweile fast von der Bildfläche verschwunden. Kein Wunder, halten sich doch die Vorteile dieser Spielart von Voice over IP (VoIP) für den Privatkunden in ziemlich engen Grenzen: Von der einst hochgelobten Kostenersparnis, die beim Telefonieren übers Netz möglich sein soll, ist seit der Liberalisierung des Telefonmarkts und den damit verbundenen Preissenkungen kaum noch etwas zu spüren. Und das Telefonieren von PC zu PC bleibt eine umständliche Prozedur - während der Anruf vom PC auf ein (Mobil-)Telefon für den Enduser mangels flächendeckender Angebote von Gateways nach wie vor wenig praktikabel ist.


Firmen im Vorteil

Anders präsentiert sich die Situation für Firmen. Insbesondere grosse Unternehmen, die mit weltweiten Filialen operieren und ohnehin mit diesen vernetzt sind, können die verschiedenen Vorteile der Voice-over-IP-Technologie voll ausschöpfen.




Kosten: Gleich in zweierlei Hinsicht lassen sich mit VoIP Kosten senken: Einerseits ist es möglich, durch über das Internet verlaufende Telefonate die Gesprächskosten unter Umständen drastisch zu reduzieren bis sogar gänzlich zu eliminieren, wenn die Gespräche über eine bestehende WAN-Standleitung geführt werden. Andererseits kann man das firmeninterne Netzwerk nicht nur für Daten, sondern auch für Sprachübertragung nutzen - die doppelte Verkabelung der Arbeitsplätze ist somit nicht mehr nötig.




Komfort: VoIP-Systeme bieten weit mehr als die üblichen Komfort-Telefonfunktionen wie Halten, Makeln oder Konferenzschaltungen. Erst durch die enge Verknüpfung des Telefonverkehrs mit den standardisierten Komponenten der Datennetzwerke und die Digitalisierung der Sprache werden komplexe Anwendungsbereiche ermöglicht, die mit herkömmlicher Technologie kaum mit sinnvollem Aufwand realisierbar wären. Dazu zählen etwa Unified Messaging mit einheitlicher Handhabung verschiedener Kommunikationsmittel wie Telefon, Anrufbeantworter, Fax und E-Mail, softwarebasierende verteilte Call-Center oder die direkte Einbindung von Datenbanken unterschiedlichster Art.




Administrierbarkeit: Statt zweier getrennter Netze muss bloss noch das LAN verwaltet werden, die Telefoniefunktionen sind nahtlos ins Netzwerk integriert. Änderungen in der Netzstruktur, aber auch die Verwaltung von Netzteilnehmern lassen sich dank dem softwarebasierten Management des Netzes wesentlich einfacher und kostengünstiger vornehmen als bei gängigen analogen Telefonzentralen.



Natürlich kommen diese Vorteile der VoIP-Technologie vor allem in grossen Unternehmen zum Tragen. Profitieren können davon - wenn auch im kleineren Rahmen - aber durchaus auch KMU.

 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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