Alle Acht-ung: 8-Megapixel-Digicams

Alle Acht-ung: 8-Megapixel-Digicams

11. Juni 2004 - 8 Megapixel sind das höchste der Auflösungsgefühle bei digitalen Kompaktkameras. Wichtig für den Kaufentscheid sind aber noch andere Faktoren.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/12

Die digitale Fotografie ist endgültig auf dem Siegeszug: Laut neuesten Zahlen der GfK/Prophoto wurden 2003 in Deutschland 4,9 Millionen Digitalkameras verkauft, das entspricht einem Anteil von über 70 Prozent am Gesamtkameramarkt. Die aktuelle Generation von kompakten Digicams hat zudem die meisten Kinderkrankheiten hinter sich: Die Modelle der meisten Hersteller sind ausgereift, besitzen stabile Gehäuse mit guter Verarbeitung, vermögen mit hochwertigen Objektiven zu überzeugen, und auch Probleme wie lange Aufstartzeiten und hohe Auslösungsverzögerungen bekommen die Entwickler langsam in den Griff. Und das beste: Die Preise sinken, wie unsere Rubrik «Street Prices» regelmässig belegt. Die Topmodelle des vergangenen Jahres kosten heute bis zu einem Drittel weniger (so sie denn überhaupt noch auf dem Markt sind), und die aktuellen Flaggschiffe der wichtigsten Hersteller bieten bei ähnlichem Preis gegenüber ihren Vorgängern eine wesentlich bessere Leistung und Ausstattung.


Auflösung auf die Spitze getrieben

Wer vor einem Jahr davon ausgegangen ist, dass das Ende der Auflösungsfahnenstange bei fünf Megapixeln erreicht wäre, sieht sich inzwischen getäuscht. Momentan sind 8 Megapixel das höchste der Auflösungsgefühle im Bereich der Consumerkameras, und an der nächsten Generation der CCD-Chips mit noch höherer Auflösung wird bereits getüftelt.
Ob dies überhaupt Sinn macht, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn wie verschiedene Tests gezeigt haben, entwickelt sich die Optik immer mehr zum limitierenden Faktor. Mit den herkömmlichen Technologien für das optische System lässt sich das Auflösungsvermögen der CCDs schon heute kaum noch adäquat bedienen. Dieses Problem lässt sich zwar mit Spezialkonstruktionen und hochwertigen Gläsern umgehen, was sich aber wiederum im Preis niederschlägt - nicht per Zufall ist die Powershot Pro1 von Canon die teuerste Kamera in der Übersicht, ist sie doch mit einem speziell vergüteten Objektiv ausgestattet und glänzt in Tests mit ihrer ausgezeichneten Bildqualität.




Ein anderes Problem ist die Grösse des Chips respektive das daraus resultierende schlechte Rauschverhalten. Die Bildfläche eines 8-Megapixel-2/3-Zoll-CCDs beträgt gerade einmal 58 Quadratmillimeter - die einzelnen Sensorelemente verlieren mit abnehmender Grösse aber auch an Lichtempfindlichkeit und bedingen dadurch eine höhere Signalverstärkung, mit der gleichzeitig die Rauschgefahr zunimmt. Gemäss Tests sind alle Kameras in der Übersicht bei niedrigster Empfindlichkeitseinstellung im Rauschverhalten akzeptabel, bei höheren Empfindlichkeiten (respektive höherer Signalverstärkung) werden die Bilder aber schnell unansehnlich.

 
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