Sony Cybershot DSC-S85: Vier Millionen Pixel an Bord

Sony Cybershot DSC-S85: Vier Millionen Pixel an Bord

3. September 2001 - Sonys neues Flaggschiff bietet 4 Megapixel Auflösung und einen hohen Bedienkomfort.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/30

Es ist noch nicht allzu lange her, da galt mit 3,3 Megapixeln bei Consumer-Digicams das Ende der Auflösungs-Fahnenstange als erreicht. Mittlerweile werden diese "Rekorde" bereits wieder gebrochen: Von 5,2 Megapixeln ist nicht nur bei Minolta, sondern auch bei Sony die Rede. Vorerst allerdings bringen die Japaner mit der Cybershot DSC-S85 eine neue Kamera mit "bloss" 4 Megapixel-CCD auf den Markt.


Hervorragendes Bedienkonzept

Der neue Bildwandler nutzt allerdings nicht den gesamten Chip, sondern nur 3,8 Megapixel davon; damit kommt er auf eine maximale Auflösung von 2272x1704 Pixeln. Weil der CCD denselben Formfaktor wie sein 3,3-Megapixel-Vorgänger besitzt, war es für Sony offenbar ein leichtes, das bestehende Modell DSC-S75 auf die neue Auflösung umzurüsten. Die Änderungen gegenüber dem Vorgängermodell halten sich denn auch in Grenzen - die technischen Daten und die Ausstattungsmerkmale sind weitgehend identisch.



Die Cybershot DSC-S85 kommt in einem soliden, anthrazitfarbenen Gehäuse, das der Kamera einen professionellen Look verleiht und ergonomisch gut gestaltet ist. Rund um das Gehäuse finden sich nicht weniger als dreizehn Buttons, Wippschalter und Einstellrädchen, die auf den ersten Blick verwirren und auf eine eher umständliche Bedienung schliessen lassen. Allerdings ist das Gegenteil der Fall: Die zahlreichen Bedienelemente sind Teil eines durchdachten Konzepts und sorgen dafür, dass viele wichtige Einstellungen auf die Schnelle geändert werden können, ohne dass man sich dafür erst umständlich durch die Menüs hangeln müsste. So ist es etwa ein leichtes, über den Jog-Dial Blende und Verschlusszeit zu ändern oder Belichtungskorrekturen zu machen.



Nicht ganz so erfreulich ist allerdings die Umsetzung einiger Bedienelemente. Gerade beim Jog-Dial beispielsweise fehlt ein klarer Druckpunkt, so dass es immer mal wieder passieren kann, dass man beim Drücken des Rädchens gleichzeitig einen anderen Wert auswählt. Ähnliches gilt beim Menüwippschalter: Das "Scrollen" in alle vier Richtungen ist einfach, der Druckpunkt in der Mitte lässt sich aber nur schwer treffen, ohne gleichzeitig einen Wert zu verändern.



Besonders ärgerlich ist dieses Verhalten beim Zoomen. Das Objektiv mit stufenlosem optischem 3fach-Zoom reagiert nur langsam auf den Druck auf die Zoom-Wippe, und diese lässt sich kaum präzis handhaben; gleichzeitig arbeitet der Zoom-Motor zu schnell. Die Suche nach dem optimalen Ausschnitt artet damit öfter in langwieriges Objektiv-Ein/Ausfahren aus.



Das Objektiv an sich ist dagegen ein deutlicher Pluspunkt der Kamera. Das von der deutschen Edelschmiede Carl Zeiss stammende 3fach-Zoom bietet eine maximale Blendenöffnung von F2,0 und arbeitet weitgehend verzeichnungsfrei. Ergänzt wird das optische Zoom durch ein digitales 2fach-Zoom.



Zu überzeugen vermag auch das Autofokus-Hilfslicht, das zusammen mit dem integrierten Blitz sogar in vollkommener Dunkelheit scharfe Aufnahmen auf bis rund drei Meter Entfernung erlaubt. Der Blitz kann dabei auf drei Stufen voreingestellt werden, wodurch oft eine adäquatere Ausleuchtung einer Szene erreicht werden kann als bei vollautomatischer Einstellung. Leider verfügt die Kamera nur über einen proprietären Blitzschuh - externe Standard-Blitzgeräte können mit der DSC-S85 deshalb nicht eingesetzt werden.

 
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