Virtualisierung auf dem Desktop

Virtualisierung auf dem Desktop

16. Juni 2006 - Virtualisierungs-Technologien bringen auch auf dem Arbeitsplatzrechner einige Vorteile. VMware und Microsoft bieten entsprechende Produkte.
Artikel erschienen in IT Magazine 2006/12

Auf dem Server bringt Virtualisierung einen wesentlichen Vorteil: Die meist teure Hardware wird besser ausgelastet, und als positiver Nebeneffekt sinkt auch der Administrationsaufwand.
Auf dem Desktop wird aus anderen Gründen virtualisiert. Hier stehen beispielsweise Anwendungstests, die Software-Entwicklung und das Debugging im Vordergrund. Weitere praktische Anwendungsmöglichkeiten von Virtualisierungstechnologien sind Schulungen und der Einsatz am Helpdesk.


Zahlreiche Vorteile

Viele dieser Aufgaben lassen sich auch mit Hilfe anderer Ansätze – beispielsweise durch die Einrichtung von Multiboot-Systemen oder den Einsatz von Live-CDs – lösen. Virtualisierung bietet diesen Alternativen gegenüber aber gleich mehrere unschätzbare Vorteile:


• einfachere Handhabung: Virtuelle Maschinen (VM) lassen sich einfach verwalten und benötigen einen wesentlich kleineren und weniger fehleranfälligen Konfigurationsaufwand als Multiboot-Systeme. Da virtuelle Maschinen auf dem Host-System wie Applikationen laufen, lässt sich einfach zwischen den einzelnen virtuellen Systemen und dem Host hin und her switchen.


• schneller Wechsel: Weil virtuelle Maschinen quasi Anwendungen sind, geht auch die Arbeit damit viel schneller von der Hand. Einmal gebootet, erfordert der Wechsel von einer VM zur anderen bloss einen Mausklick und keinen langwierigen (Neu-)Startvorgang.


• «saubere» Systeme: Virtuelle Maschinen lassen sich problemlos kopieren. Ist ein System erstmal aufgesetzt, lässt sich mit einer Kopie jederzeit auf diesen Ursprungszustand zurückkehren. Auch lassen sich auf diese Weise vorkonfigurierte Systeme schnell auf mehrere physische Rechner mit derselben Host-Applikation verteilen.


• mehrere Betriebssysteme gleichzeitig: Mit virtuellen Maschinen ist es problemlos möglich, gleichzeitig auf demselben Host-System sowohl Windows- als auch Linux-Maschinen laufen zu lassen. Mit Multiboot-Systemen oder Live-CDs kann dagegen immer nur ein System pro physischem Rechner gebootet werden.
Dem stehen allerdings auch einige Nachteile gegenüber. So erreicht eine virtuelle Maschine beispielsweise nie die Performance, die mit der physischen Rechnerausstattung möglich wäre – schliesslich muss sie sich die Ressourcen mit dem Host-Betriebssystem teilen. Diese Ressourcen bilden denn auch gleichzeitig die Grenze dafür, wie viele Gast-Betriebssysteme überhaupt parallel gefahren werden können. Insbesondere hinsichtlich des Hauptspeichers werden hohe Anforderungen gestellt. Der Platzbedarf auf der Festplatte, den die virtuellen Harddisks benötigen, ist bei mehreren Gastsystemen auch nicht zu unterschätzen.

 
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