Analyse in Suiten gepackt


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2003/14

     

Business Intelligence (BI) gehört zu den wenigen Softwarebereichen, die umsatzmässig von der gegenwärtigen Krise kaum betroffen sind. Der Trend zur Verkleinerung der Lieferantenanzahl durch die Anwender führt aber auch hier zu einer Herstellerkonsolidierung. Mit den Käufen von Cristal Decisions durch Business Objects, Brio durch Hyperion und Nimble Technology durch Actuate sind im Juli gleich drei Anbieter von der Bildfläche verschwunden.



Die bedeutendste dieser Übernahmen ist zweifellos diejenige von Cristal Decisions, für die Business Objects rund 830 Millionen Dollar in Aktien und in bar bezahlt hat. Business Objects will so zum Anbieter mit dem "besten Top-to-Bottom-Angebot" von Analysewerkzeugen von Geschäftsdaten für die Teppichetage werden.




Auch die finanzorientierte OLAP-Spezialistin Hyperion sieht sich durch den 142 Millionen Dollar teuren Kauf von Brio, die eine breit angelegte Suite herstellt, künftig als Marktführer und zwar im Bereich Business-Performance-Management-Software. Die im Vergleich mit Business Objects und Hyperion wesentlich kleinere Actuate will mit dem Nimble-Kauf die Anzahl der Quellen, die ihre BI-Suite anzapfen kann, vergrössern. Dank deren XML-basierten Integrationssoftware sollen künftig beispielsweise auch Webseiten durchkämmt werden können.



Alle drei Übernahmen zeigen, wie die Hersteller auf die Reduktion der Lieferantenanzahl durch die Anwender mit einer Verbreiterung ihres Angebotes reagieren. Denn neben hochspezialisierten Nischenanbietern sind mittelfristig nur BI-Hersteller überlebensfähig, die umfassende Analyse- und Reporting-Suiten anbieten können. Die Analysten der Meta Group gehen davon aus, dass Unternehmen in den nächsten Jahren die Anzahl der produktiven BI-Produkte, die sie zum Abdecken ihrer Bedürfnisse brauchen, von heute durchschnittlich drei bis fünf auf eine zentrale Suite plus Nischenanwendungen reduzieren werden.




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