Das Netzwerk steht im Zentrum

22. Oktober 2004

     

Kevin Wen, Europa-Präsident des auf Endanwender und KMU spezialisierten taiwanischen Netzwerkanbieters D-Link, über die Breitbandentwicklung und die Vorherrschaft im Wohnzimmer.




InfoWeek: D-Link ist im Sommer mit einem Wireless Mediacenter wie viele IT-Hersteller in die Unterhaltungselektronik vorgestossen. Wie sehen Sie die Entwicklung in diesem Markt? Wird Microsoft auch das Wohnzimmer erobern?



Kevin Wen: Die Märkte haben sich verändert. Durch Breitband ist das Netzwerk ins Zentrum gerückt und nicht mehr der PC. Ein Mediacenter wird nicht einfach alle Funktionen in sich vereinen, sondern nur die Kommunikation zwischen den einzelnen Geräten sicherstellen. PCs sind zu komplex in der Konfiguration. Bei Heimelektronik muss Plug-and-Play funktionieren, das sind sich die Anwender gewohnt. Lizenzkosten für das Betriebssystem machen zudem in diesem Bereich eine entscheidende Preisdifferenz. Ich glaube darum nicht, dass Microsoft diesen Markt beherrschen wird. Bereits heute sind 85 Prozent des UE-Marktes Linux-basiert.




Berichte über Mediacenters füllen derzeit die Produkte-News-Spalten. Wann werden sie den Durchbruch im grossen Stil schaffen?


Das dürfte nicht vor 2007 der Fall sein. Heute ist das noch eine Early-Adaptor-Angelegenheit. Zuerst muss sich die Industrie auf Standards einigen.




Der Standard-Leistungsausweis der Unterhaltungselektronik ist aber nicht gerade überzeugend.


Sie wird sich ändern müssen, weil Breitband das Geschäftsmodell verändert. Wenn wir in absehbarer Zeit 25 Mbps oder mehr zur Verfügung haben, werden die Inhalte über das Netz bezogen und nicht mehr per CD oder DVD. Die Internet Service Provider werden Portale bauen, über die der Konsument seine Musik und Filme bezieht – analog zu «Vodafone Live» im Mobilfunk. Die Provider wollen ganz einfach mehr Geld aus ihren Anschlüssen holen und das können sie mit zusätzlichen Diensten wie Content oder Telefonie. Das zwingt zur Standardisierung.





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