Eine dezentrale Organisation entscheidet sich für VoIP

Eine dezentrale Organisation entscheidet sich für VoIP

28. Mai 2004 - Warum sich die Krankenkasse CSS für eine zentrale VoIP-Lösung als Centrex-Ersatz entschied und wie der unter Zeitdruck stehende Verantwortliche das Projekt aufgleiste.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/11

VoIP (Voice over IP) ist in der Schweiz immer noch hauptsächlich ein Medienthema. Langsam aber sicher entscheiden sich jedoch immer mehr Unternehmen für die Internet-Telefonie. Vor allem wenn eine Ablösung der bisherigen Telefonzentrale ansteht, wird VoIP heute fast immer zumindest zum Thema. So auch bei der Krankenkasse CSS. Sie musste sich nach einer neuen Telefoninfrastruktur umschauen, weil der bisherige Centrex-Dienst von Swisscom auf Ende 2004 abgeschaltet wird.




InfoWeek begleitet den zuständigen Projektleiter Urs Häsler in einer mehrteiligen Serie und versucht dabei auch Entscheidungsalternativen sowie Fallstricke eines solchen Projekts aufzuzeigen. So werden beispielsweise die Sicherheitsmechanismen besprochen, mit denen sich die CSS vor den Folgen eines Scheiterns des Projekts schützt, sowie die Folgeprojekte, welche die VoIP-Einführung nach sich zieht. Der erste Teil widmet sich dem Technologieentscheid und den Vorbereitungen des Projekts. In einem zweiten Teil wird im Juni der Beta-Test des neuen Systems analysiert. Im Oktober folgt, sofern alles nach Plan verläuft, die Darstellung der abgeschlossenen Migration mit einer ersten Auswertung. Ende Jahr werden wir Urs Häsler noch einmal besuchen und mit ihm die VoIP-Einführung im Rückblick beleuchten.


Die Zeit drängt

Als Urs Häsler Mitte Januar 2004 als Projektleiter Unternehmensentwicklung zur Krankenversicherung CSS stiess, lag schon in einer der ersten Sitzungen das Dossier «Centrex-Ablösung» auf dem Tisch. Damals bot sich ein für viele derartige Projekte recht typisches Bild. Weil sich niemand konkret zuständig fühlte und die Verantwortung übernommen hatte, war das Projekt monatelang nur durch einen externen Berater und ohne den nötigen internen Druck vorangebracht worden. Es bestand dringender Handlungsbedarf, denn Swisscom hatte beschlossen, die virtuelle, netzbasierte Telefonvermittlungsdienstleistung Centrex abzuschalten, auf die man sich bisher bei CSS verlassen hatte. Der Vertrag war im Oktober 2003 auf Ende 2004 gekündigt worden, ein Ersatz müsste also vor diesem Termin produktiv sein. Hauptcharakteristikum der CSS bezüglich Telefonie: eine auf insgesamt 250 Standorte Schweiz-weit verteilte Organisation, die eine zentrale interne Vermittlungsmöglichkeit braucht.




Da durch den dezentralen Charakter von Centrex innerhalb der CSS keine eigentliche Telefonabteilung aufgebaut worden war und sich weder IT noch Liegenschaftsunterhalt um die Aufgabe rissen, war Häslers spontanes Interesse am Projekt umso willkommener. Und so übernahm er Ende Januar die Centrex-Ablösung vom externen Berater. Dieser hatte mit seinen seit rund einem Jahr andauernden Arbeiten schon stark Richtung VoIP vorgespurt. Insgesamt hatte er schon alle praktisch möglichen Varianten geprüft und 15 Offerten eingeholt.

 
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