Banken verhindern Wachstum

Die andauernden Restrukturierungen bei den Grossbanken UBS und CS drohen die Schweiz vom erwarteten IT-Wachstum abzuhängen.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/01

     

Der weltweite IT-Markt soll 2004 wieder ansprechend wachsen. Das suggerieren zumindest praktisch alle aktuellen Marktstudien. Ob dies auch für die Schweiz gilt, ist allerdings angesichts des hierzulande tonangebenden Finanzsektors fraglich.



Die jüngste Meldung über einen geplanten Abbau von bis zu 1000 Informatiker-Stellen bei der Grossbank UBS spricht jedenfalls eine andere Sprache. Durch Zentralisierung, Standardisierung und darauf folgende Auslagerung will UBS-Chef Peter Wuffli in diesem Jahr insgesamt 150 Millionen Franken einsparen. Und die UBS ist nicht alleine. Auch bei der CS sollen laut Gerüchten weitere Hunderte von einheimischen IT-Arbeitsplätzen für die Offshore-Auslagerung zur Disposition stehen.




Die Studie "IT Management 2003" von KPMG zeigt, dass schon der Rückgang des Schweizer Informatiker-Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr praktisch ausschliesslich auf die drastischen Sparprogramme im Finanzsektor zurückzuführen war. Als Folge davon musste auch die IT-Branche selber Stellen streichen, während gemäss der Erhebung praktisch alle anderen Wirtschaftssegmente mehr Informatiker beschäftigten als 2002.



Und die jetzt angekündigte Restrukturierung dürfte nicht die letzte Entlassungswelle bei der UBS bedeuten. Wie McKinsey-Berater berechnet haben, beträgt das jährliche IT-Sparpotential bei der Grossbank nämlich 500 Millionen Franken. So schafft beispielsweise das laufende Migrationsprojekt von Unisys zu IBM derzeit noch Arbeit, wird aber nach seinem Abschluss weitere Stellen überflüssig machen.



Zwar wird der Arbeitsplatz Schweiz bei der nun kommunizierten Straffung von den Zentralisierungsbestrebungen profitieren können. Wegen dem Bankgeheimnis wird die UBS wohl kaum ihre Kundendaten und damit ihre Kernapplikationen ins Ausland verschieben. Gleichzeitig ist die angestrebte Standardisierung und Service-Orientierung aber auch Grundlage fürs Outsourcing von weniger heiklen Diensten. So steht einer Auslagerung der Helpdesks in Billiglohn-Länder kaum mehr etwas im Wege.



Prozentuale Veränderung der Anzahl IT-Mitarbeiter 2003




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