Webseiten-Tuning mit Squid

Webseiten-Tuning mit Squid

28. März 2008 - Mit einem Reverse Proxy lässt sich der Webserver entlasten und Lastspitzen abfedern. Wir zeigen, wie das mit Squid geht.
Artikel erschienen in IT Magazine 2008/06

Als sich die meisten Anwender noch mit Analog- oder ISDN-Modem ins Internet einwählten, dienten möglichst nahe beim Anwender positionierte Proxy-Server vor allem dazu, die Menge des zu transferierenden Traffic zu senken. Schliesslich sparte jedes Kilobyte, das sich nicht durch die Telefonleitung zwängen musste, nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Bei heutigen Breitbandverbindungen lohnt sich dies aber nicht mehr, zumal Proxy-Server bei dynamischen Webseiten kaum noch auf brauchbare Hit-Raten kommen. So sind Proxy-Server auf Anwenderseite meist noch dazu da, missliebigen Content zu verbannen.


Dagegen wird durch die immer stärkere Verbreitung von dynamischen Webseiten ihr Einsatz als sogenannter Reverse Proxy auf Seite des Webseitenbetreibers interessant. Denn wenn jeder Besucher eine Seitenanfrage zuerst an den Reverse Proxy stellt anstatt den Webserver, kommt der Reverse Proxy problemlos auf hohe Hit-Raten. Damit lässt sich zwar keine Bandbreite sparen, dafür aber der Webserver (sowie allfällige Applikations- und Datenbankserver) entlasten.

Denn solange die Inhalte gültig sind, werden sie vom Reverse Proxy ausgeliefert und die anderen Server nicht mit der Anfrage behelligt. Sie brauchen die Inhalte somit nur noch neu zusammenzustellen, wenn die alten abgelaufen sind oder neue hinzukommen. Je nach Art der Inhalte und ihrer Lebensdauer kann auf diese Weise der Arbeitsaufwand beim Webserver und Co. unter Umständen dramatisch verringert werden.



Squid vor dem Webserver


Keine veralteten Inhalte

Caching (und damit auch dem Reverse Proxy) wird oftmals mit dem Vorbehalt begegnet, dass dies zur Auslieferung veralteter Inhalte führe – was natürlich nicht im Sinne des Seitenbetreibers ist. Allerdings entspricht dies nur bedingt der Wahrheit. Selbstverständlich ist es möglich, mit einem Reverse Proxy wie mit jedem anderen Caching-System veraltete Inhalte auszuliefern. Mit der richtigen Einstellung des Reverse Proxy kann dies aber verhindert oder die Verzögerungen auf einen akzeptablen Zeitraum verringert werden. Denn am Ende ist Caching immer ein Kompromiss zwischen veralteten Inhalten und ressourcenhungriger Dynamik. Deshalb gilt es abzuwägen, was wie lange zwischengespeichert werden kann und wie mit intelligenter Cache-Steuerung dieser Zeitraum möglichst weit ausgedehnt werden kann.

 
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