iPhone wird Business-tauglich


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2008/05

     

Apple hat an einem Pressetermin das bereits in Aussicht gestellte SDK sowie die Version 2.0 der iPhone-Software präsentiert.


Die neue Version der iPhone-Software soll vor allem Unternehmen und Business-Anwendern entgegen kommen. Apple hat dazu von Microsoft das ActiveSync-Protokoll lizenziert und ermöglicht nun die Synchronisation von
E-Mails, Kalendereinträgen und Kontakten mit dem firmeneigenen Exchange Server (2003 oder 2007). Dazu kann das iPhone aus der Distanz gelöscht werden (Remote Wipe). Ebenfalls hinzugefügt wurde Unterstützung für IPSec-VPNs von Cisco sowie WPA2 Enterprise mit 802.1x-Authentifizierung. IT-Administratoren erhalten ausserdem ein Werkzeug, um schnell und einfach eine Vielzahl von iPhones inklusive E-Mail-Server-und VPN-Einstellungen zu konfigurieren. Die Konfiguration kann via Internet oder E-Mail an die Anwender verteilt werden und nach einer erfolgreichen Authentifizierung mit einem «Klick» installiert werden.



Zur Entwicklung eigener Anwendungen fürs iPhone hat Apple das iPhone Developer Program ins Leben gerufen. Entwickler können für 99 Dollar im Jahr teilnehmen und erhalten eine Entwicklungsumgebung auf Basis von Apples existierender Toolpalette bestehend aus Xcode (IDE), Interface Builder (GUI-Gestaltung) und Instruments (Performance-Messung). Dazu kommt ein iPhone-Simulator. Zugriff erhalten die Entwickler auf einen Grossteil der iPhone-Schnittstellen, die die Entwicklung von Produktivitätssoftware und Spielen ermöglichen – passende Games wurden bereits von EA und Sega demonstriert. Einschränkungen umfassen unter anderem die fehlende Möglichkeit, Programme im Hintergrund zu betreiben.


Die Verteilung der Applikationen erfolgt ausschliesslich über den nach Vorbild des iTunes Store konzipierten App Store. Apple übernimmt Hosting, Bezahlung und Verarbeitung für alle Entwickler, sofern diese 30 Prozent ihres frei gewählten Verkaufspreises Apple überlassen. Kostenlose Programme können aber trotzdem über den App Store vertrieben werden. Apple nimmt ausserdem eine inhaltliche Kontrolle der Applikationen vor – verboten sind unter anderem pornografische oder Malware-Angebote, und Firmen können für eigene Appliakationen einen geschützten Bereich im App Store erhalten.
Das Software-Update auf «Version 2.0» wird im Juni verfügbar und für iPhone-Anwender kostenlos sein. Für Besitzer des iPod touch ist es kostenpflichtig.


Flash und Java

Sun hat nach Erscheinen des SDK angekündigt, so schnell wie möglich Java auf das iPhone zu bringen. Vorerst soll Java ME portiert werden. Künftig ist die Portierung weiterer Java-Varianten denkbar.
Ob Flash aufs iPhone kommt, ist derweil noch ungewiss. Steve Jobs kritisierte gegenüber US-Medien die mangelnde Geschwindigkeit von Flash sowie der Mobilversion Flash Lite.




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