Fünfte Big Brother Awards verliehen

Fünfte Big Brother Awards verliehen

22. Oktober 2004 - Die Schweizer Luftwaffe, der Verband der Krankenversicherer und die Stadtpolizei Zürich gehören zu den «Siegern».
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/19

Auch dieses Jahr wurden bei den Big Brother Awards die gröbsten Verletzungen der Privatsphäre prämiert. Zu den Siegern, die an der Preisverleihung am 16. Oktober in der Industriehalle Steeltec in Emmenbrücke prämiert wurden, gehören die Schweizer Luftwaffe, der Verband der Krankenversicherer sowie die Stadtpolizei Zürich.
Den stilvollen Beton-Pokal in der heiss umkämpften Kategorie Staat (28 Kandidaten) ging an Corps-Kommandant Hansruedi Fehrlin, Chef der Schweizer Luftwaffe, für den Einsatz der unbemannten Überwachungsdrohne ADS 95 Ranger. Das Schweizer Militär konnte sich den Big Brother Award bereits zum dritten Mal nach 2000 und 2003 sichern. Auf den zweiten Platz in der Kategorie Staat kamen Bundesrat Christoph Blocher und seine Vorgängerin Ruth Metzler für ihre Bemühungen zur Verschärfung des Asylgesetzes. Den dritten Rang erlangte das Berner Obergericht für seine Rasterfahndung mit Cumulus-Daten der Migros.






Beim Business-Award ging es mit 12 Nominationen ruhiger zu. Zum Sieger wurde der Verband der Krankenversicherer Santésuisse für die vorbildliche Durchsetzung des neuen Tarifsystems Tarmed gekürt. Nach dessen Regeln müssen ab dem 1. Januar 2004 alle Ärzte einen detaillierten Behandlungscode auf allen Rechnungen auflisten. Die Krankenkassen erhalten damit einen Einblick in besonders schützenswerte Patientendaten, so die Begründung der Jury. Auf die Plätze kamen die Firma Mailprofiler (für das Versenden «verwanzter» E-Mails) und die Direktversandfirma AWZ (Adresshandel).
Erstmals wurde auch ein Beton-Pokal für die Überwachung am Arbeitsplatz verliehen. Gewonnen hat ihn die Stadtpolizei Zürich für die Überwachung des E-Mailverkehrs etlicher Angestellten. Auf Platz 2 reihten sich die Informatikdienste des Kantons St.Gallen ein (Vorgesetzte können jederzeit Internetverkehr überwachen).





Der Lebenswerk-Award für einen kontinuierlichen Einsatz für die Schnüffelei ging an CVP-Nationalrat Josef Leu, der sich vehement für eine Verstärkung von Polizei und Armee einsetzt. Den Winkelried-Award für den mutigen Kampf gegen Überwachung erhielt Rechtsanwalt Daniele Jenni für seine Gegenwehr gegen die Fichierung der WEF-Demonstranten vom Januar 2004. Beat Schaub wurde für seinen Kampf gegen das Tarifsystem Tarmed lobend erwähnt.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER