Strom aus Spinat

Sie mögen keinen Spinat? Füttern Sie damit Ihr Notebook!

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/17

     

Spinat soll nicht nur gesund sein, sondern auch Strom liefern. Eine Gruppe von Forschern am amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge hat eine Solarzelle konstruiert, die mit aus Spinat gewonnenen Eiweissstoffen Strom produziert. Dabei machen sich die Forscher rund um Marc Baldo das Prinzip der Photosynthese zunutze, bei dem Licht in elektrische Energie umgewandelt wird, mit deren Hilfe dann Kohlendioxid und Wasser zu Glucose und Sauerstoff aufgebaut werden.
Die grüne Solarzelle besteht aus mehreren Schichten, deren Unterlage eine transparente und leitfähige Schicht aus Indium-Zinn-Oxyd darstellt, welche vorher mit Gold bedampft wurde, um sie vor Schaden durch die Spinatproteine zu schützen. Diese sind über ein Molekül an die Unterlage angedockt sind. Die Spinatproteine selber sind von unterschiedlichen Substanzen umgeben, welche sie stabilisieren. Abgeschlossen wird die grüne Solarzelle von einer Elektrode. Bestrahlt man diese Anordnung mit Licht, wird ein schwacher Strom produziert.





Allerdings ist die Spinat-Zelle noch nicht wirklich marktreif. So ist die Lebensdauer des Energiespenders auf drei Wochen beschränkt, da die Spinat-Proteine, welche für die Photosynthese zuständig sind, nicht länger in der künstlichen Umgebung überleben können. Dieses Problem versucht man aber zu beheben, indem man die Spinat-Proteine durch Alternativen ersetzt, welche das künstliche Klima besser ertragen. So konnten die Forscher bereits recht vielversprechende Ergebnisse mit einer Bakterienart erreichen. Auch das Problem des schlechten Wirkungsgrades (12 Prozent) will man mit der Zeit in den Griff kriegen.




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