Lauschangriff mit Trojaner

Lauschangriff mit Trojaner

13. Oktober 2006 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2006/18

Weil verschlüsselte VoIP-Telefonate, wie man sie beispielsweise mit Skype führen kann, nicht abgehört werden können, testet das Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) den Einsatz von Spionagesoftware. Dies hat die «SonntagsZeitung» enthüllt. Das Verwanzen der Anwenderrechner soll nur auf richterliche Anordnung erfolgen, wobei die Installation entweder im Rahmen einer Polizeiaktion vonstatten geht oder dem jeweiligen Internet-Provider überantwortet wird. Das Programm, das von ERA IT Solutions kommen soll, soll in der Lage sein, Gespräche abzuhören und die Daten an einen entfernten Server zu senden. Ebenfalls soll das Programm selbstständig Mikrophone oder Kameras zur Raumüberwachung aktivieren können. Ist sein Job erledigt, kann es sich selber von der Festplatte entfernen.
Das Projekt wurde bisher geheim vorangetrieben, weil eine öffentliche Diskussion verhindert werden sollte. Zudem ist die Rechtslage unklar, da im Bundesgesetz über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs VoIP nicht berücksichtigt ist. Allerdings erlauben kantonale und eidgenössische Strafprozessordnungen den Einsatz von Spyware.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER