Schöne heile Mobilwelt

Schöne heile Mobilwelt

27. Februar 2001 - Chefredaktor René Dubach über die moderne Kommunikationsgesellschaft
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/07

Fühlen Sie sich auch immer ertappt, wenn Sie an einem Kongress oder in einem edlen Restaurant sitzen und aus irgend einer Ecke meldet sich plötzlich ein Handy? Obwohl ich eigentlich sicher bin, dass mein Gerät ausser Betrieb ist, prüfe ich doch jedes Mal ab, ob ich mich nicht doch täusche, und fühle mich dann stets erleichtert, wenn ein anderer sich als Störenfried erwiesen hat.



Was wir in den letzten vier Jahren in Sachen Handy-Hype erlebt haben, ist erst die Spitze des Eisbergs. Wenn es nach dem Willen der einschlägigen Hersteller geht, werden wir - und damit ist wirklich jedermann gemeint - schon bald über omnipotente Begleiter verfügen, die neben der Telefonie auch breitbandigen Internetzugang, Zugriff auf sämtliche Unternehmensdaten sowie jede nur erdenkliche Unterstützung für Multimedia-Files wie MP3-Dateien oder Videos bieten - Smartphones heisst das Zauberwort.



Letzte Woche ging in Cannes der 3GSM World Congress über die Bühne, an dem sich die Protagonisten um möglichst viel Unterstützung für die jeweiligen Plattformen bemühten, welche die genannten Dienste und Funktionen überhaupt erst möglich machen. InfoWeek berichtet darüber in dieser Ausgabe.


Kommunikation, die keine ist

Noch vor einigen Jahren beschäftigte man sich in Zug oder Tram mit dem Lesen von Zeitschriften oder Büchern. Heute dagegen dudelt jeder Zweite auf seinem Handy herum, was mich ehrlich gesagt extrem nervt. Das sei eben die moderne Kommunikationsgesellschaft, wird oft argumentiert. Sorry, aber unter Kommunikation verstehe ich ein tiefgehendes Gespräch und nicht den Austausch von SMS-Meldungen. Die Verdummung der Gesellschaft nimmt damit ihren Lauf und die Telcos können ihre Gewinne maximieren.



Die kommenden Smartphones werden die Trennung zwischen Privatleben und Business-Welt quasi aufheben. Der Zugriff auf die Unternehmensdaten wird vom Frühstückstisch aus genau so möglich sein wie vom Liegestuhl an der Côte d'Azur. Da braucht es schon mächtig Selbstdisziplin, um dem Drang zu widerstehen, auch im Urlaub den Geschäftstätigkeiten nachzugehen. Bereits heute sind mir zahlreiche Manager bekannt, die ihr Handy in der Freizeit bewusst daheim lassen, um ungestört ihren Vergnügen nachzugehen.



 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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