Panasonic LF-D311: DVD-RAM zum Dritten

Mit dem Modell LF-D311 lanciert Panasonic einen DVD-Brenner, der sich auch mit dem allerorts kompatiblen DVD-R-Format versteht.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2001/36

     

Die beschreibbare DVD wird ihren Siegeszug früher oder später mit Bestimmtheit antreten. Im Weg stehen vorderhand allerdings noch konkurrierende Standards, welche die potentielle Klientel verunsichern.



Tragisch wird diese Entwicklung aber erst, wenn man die Kompatibilitätsfrage aufwirft. Während das von Philips, Sony und HP genutzte DVD+RW-Format wie auch Pioneers DVD-RW-Standard auf sämtlichen implementierten DVD-Drives eingesetzt werden kann, erweist sich das von Matsushita/Panasonic entwickelte DVD-RAM-Format als Aussenseiter: Die Medien sind nur auf einer Handvoll DVD-Drives einsetzbar, was der Marktakzeptanz merklich abträglich sein dürfte.




Ungeachtet dieser Kompatibilitätsprobleme beharrt Panasonic auf den DVD-RAM-Spezifikationen und hat kürzlich mit dem Modell LF-D311 die nunmehr 3. Laufwerksgeneration präsentiert.



Das jüngste Modell wird im Vergleich zum Vorgänger lediglich in einer IDE-Version angeboten, auf SCSI wurde wohl im Hinblick auf die schwindende Bedeutung gänzlich verzichtet.



Der DVD-Brenner kann mit einer wesentlichen Neuerungen aufwarten: Erstmals lassen sich jetzt auch nur einmal beschreibbare DVD-Medien vom Typ DVD-R brennen, womit zumindest diese Scheiben auf den bestehenden DVD-Drives abgespielt werden können. Panasonic öffnet sich mit dieser Erweiterung gegenüber der installierten Basis, doch bleibt der gewichtige Nachteil bei den wiederbeschreibbaren Rohlingen bestehen.




Zwar verspricht Panasonic schon seit einigen Monaten, dass das hauseigene DVD-RAM-Format von immer mehr Standard-Drives gelesen werden soll. Die Kompatibilitätsliste hat sich allerdings seit dem Frühjahr kaum geändert. Nach wie vor sind es bloss eine Handvoll DVD-Geräte von Herstellern wie Hitachi, Toshiba oder CreativeLabs, die mit den DVD-RAM-Scheiben überhaupt etwas anfangen können.


Beim Backup die Nase vorn

Während das DVD-RAM-Konzept in Sachen Datendistribution zweifellos hinter der DVD-RW- bzw. der DVD+RW-Konkurrenz hinterherhinkt, kann das Panasonic-Drive im Vergleich mit den Mitbewerbern beim Backup mit einem nicht unwesentlichen Plus aufwarten: Gegenwärtig unterstützt nämlich allein das DVD-RAM-Format ein Verifying bei der Datenspeicherung. Diese Überprüfung der Datenintegrität erweist sich gerade bei Backup-Aufgaben als unerlässliches Feature.



Was die Schreibgeschwindigkeit betrifft, so hat sich gegenüber dem in InfoWeek 10/2001 getesteten Drive der 2. Generation kaum etwas geändert: Die Rohlinge werden laut Hersteller mit einfachem DVD-Speed, sprich 1370 KB/s, beschrieben, was wir beim Kopieren grosser Files in etwa nachvollziehen konnten.





DVD-Authoring inklusive

Angesichts der neuen Möglichkeit, auch DVD-R-Rohlinge zu bespielen, ist es erfreulich, dass Panasonic dem Brenner auch gleich eine DVD-Authoring-Software beilegt. Konkret handelt es sich dabei um DVDit von Sonic Solutions, allerdings in der abgespeckten Lite-Version. Mit dem Tool lassen sich die von DVD-Videos her bekannten Menüstrukturen generieren, womit Filme gestartet oder einzelne Kapitel anvisiert werden können. Verständlicherweise eignet sich das Tool aber bestenfalls für den Heimbereich. Professionelle DVD-Authoring-Software ist für den Normalanwender nach wie vor kaum bezahlbar.




Im Lieferumfang findet sich ferner eine Reihe Tools für die Administration des DVD-RAM-Drives. Damit lassen sich die Medien nach den UDF-, FAT- oder FAT32-Spezifikationen formatieren. Weiter finden sich ein Utility, um die Medien auf Staub zu prüfen und den Schreibschutz zu setzen, sowie ein Region-Code-Changer, der fünf Änderungen erlaubt.



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