ERP aus der Steckdose

ERP aus der Steckdose

27. Mai 2005 - Technisch steht der Nutzung von Business-Software als Mietlösung nichts entgegen. Skeptische Anwender und fehlende Standardangebote bremsen aber das ASP-Modell.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/11

Top oder Flop – die Frage stellt sich punkto Application Service Providing (ASP) heute nicht weniger als vor ein, zwei oder fünf Jahren: Die Befürworter des ausgelagerten Softwarebetriebs betonen unermüdlich die Vorteile, darunter Kostenersparnisse und die Möglichkeit, dank dem Mietmodell Software einzusetzen, die man sich im Kauf gar nicht leisten könnte.





Die Anwender dagegen sind immer noch skeptisch. Sicherheitsbedenken machen es manchem Firmenverantwortlichen schwer, die eigenen Daten «in die Fremde zu schicken». Dies gilt für datenbankgestützte Systeme wie ERP-Software noch mehr als für Office-Programme: Auch ein Dokument, das man im ASP-genutzten Word erstellt, lässt sich schliesslich lokal abspeichern, im Gegensatz zur ERP-Datenbank, die in jedem Fall auf einen providerseitigen Server zu liegen kommt.


Scheinargument Sicherheit

ASP-Anhänger bezeichnen die Sicherheits-Skepsis als Scheinargument und verweisen darauf, dass ein waschechter Application Service Provider, der seine Kunden mit
per SLA garantierten Leistungen versorgt, vermutlich ein wesentlich besser abgesichertes Data Center betreibt als das durchschnittliche KMU. Letztlich, so Nicole Scheidegger vom Berner Marktforschungs-
und Consultingunternehmen Dr. Pascal Sieber & Partners, ist es
eine Frage des Vertrauens und des erzielbaren Nutzens: «E-Banking,
bei dem ja die allersensitivsten Daten wie Lohnangaben und Kontostände übermittelt werden, machen ja fast alle. Das Sicherheitsargument scheint mir oft nur ein Vorwand zur Ablehnung zu sein; wenn eine Anwendung konkreten Nutzen bringt, wird sie auch eingesetzt.» Offenbar fehlt es also bisher am tatsächlichen Nutzen von ASP oder an der Sensibilisierung der Anwender.





ASP bedeutet nicht für jeden das gleiche. Einige verstehen darunter jede Art von Server-based Computing, egal ob auf firmeninterner oder ausgelagerter Infrastruktur. Andere machen ASP von der Lizenzierung abhängig: Sobald die Software nicht «gekauft», sondern «gemietet» und beispielsweise dynamisch jeden Monat nach der Anzahl aktiver User verrechnet wird, ist es ASP.

 
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