Unisys: Geld scheffeln mit Outsourcing

Unisys-CEO Larry Weinbach: Quartalsresultate gut, Haupteinnahmequelle Outsourcing.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2003/09

     

Er hatte ein Stündchen Zeit: Larry Weinbach, CEO und Chairman von Unisys sowie Verwaltungsrat bei der UBS, weilte für deren Generalversammlung in Zürich und stand davor der Presse Red und Antwort.


Umsatzwachstum mit Servern und Outsourcing

Wie es sich für einen CEO gehört, präsentierte Weinbach als erstes die aktuellen Geschäftszahlen - und die machen sich im Fall Unisys durchaus gut: "Trotz der höchst unsicheren geopolitischen Lage haben wir die Umsatz- und Gewinnziele für das erste Quartal 2003 erreicht; der Gewinn pro Aktie ist im zweistelligen Bereich gewachsen."



Unisys ist in zwei Geschäftsfeldern tätig: Herstellung und Verkauf von Hardware, im Firmenjargon "Technology" gennannt, sowie Services. Die Gewinn- und Umsatzverhältnisse sind hier reziprok: Während das Service-Geschäft um 6 und die Technology um 7 Umsatzprozente zulegte, ging der Gewinn bei den Dienstleistungen, die 79 Prozent des Gesamtgeschäfts ausmachen, um 3 Prozent zurück. Das Technology-Business dagegen wuchs um 7 Prozent. Hier setzt Unisys vor allem auf die Intel-basierten High-End-Server der ES7000-Familie - laut Weinbach behalte man Alternativen wie AMDs Opteron zwar im Auge, fahre mit Intel aber sehr gut - in Verbindung mit der Datacenter-Variante von Windows 2000/2003. Andere Plattformen sind weniger wichtig, darunter auch Linux. Auf dessen Bedeutung angesprochen, meint Weinbach: "Linux läuft natürlich auf unseren Servern. Für Anwendungen im absoluten High-End, für die sie typischerweise genutzt werden, ist dieses Betriebssystem jedoch zu wenig skalierbar."





Outsourcing ungleich Outsourcing

Den Löwenanteil des Servicegeschäfts macht mit 37 Prozent das Outsourcing aus; daneben offeriert Unisys Integrations- und Infrastrukturdienstleistungen. Beim Outsoucing, so Weinbach, habe man zwei Varianten zu unterscheiden: Im traditionellen IT-Outsourcing wird bloss die Infrastruktur ausgelagert, zum Beispiel das Rechenzentrum. Daran sei Unisys nicht interessiert, weil hier mit der Grösse auch das Risiko steige und der Preis die Hauptrolle spiele. Die Cash-Cow liegt für Unisys im Business Process Outsourcing: Der Kunde überträgt dem Anbieter die Gesamtverantwortung für einen Bereich. So betreut Unisys zum Beispiel die komplette IT der Stadt Chicago und verwaltet 2,4 Millionen Policen einer britischen Versicherung; dabei werden stets langjährige Verträge abgeschlossen - das bringt regelmässige, risikoarme Erträge.




Der Markt für solche Dienste liegt schwergewichtig in den USA - in Europa sei Outsourcing noch unattraktiv, am schlimmsten sei es in Deutschland mit seinem rigiden Kündigungsschutz. Weinbach: "Wir sind nicht sicher, ob der Markt hier schon reif ist für Outsourcing." Dennoch ist die Schweizer Niederlassung recht erfolgreich; Unisys betreut hierzulande verschiedene Polizeiorganisationen und Finanzinstitute, zunehmend auch kleinere Banken, und ist stark in E-Government-Projekte involviert.



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