Ralf Naef, Partner und CEO, Accenture

«Die rauhe Wirtschaftslage hat die verrechenbaren Ansätze verringert.»

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2003/05

     

Herr Naef, handelt es sich bei Systor um ein Wunschkind, oder ist die Übernahme eine Notrettung aus der Babyklappe? Kann Accenture überhaupt weitere Mitarbeiter brauchen?

Die Akquisition der Vermögenswerte von Systor passt zu unserer weltweiten Strategie, die sich auf drei Säulen stützt: Management- und Technologieberatung, IT-Lösungen und Outsourcing. Mit dem Systor-Erwerb setzen wir in der Schweiz die globale Strategie um und verstärken die Basis für künftiges Wachstum.




Systor-Leute sind aus den Boom-Zeiten bekannt für gute Löhne. Müssen sie nun mit Kürzungen rechnen?

Die neu unter Accenture operierenden Einheiten sollen schlagkräftig am Markt auftreten können und benötigen eine schlanke Kostenstruktur. Die rauhe Wirtschaftslage hat die verrechenbaren Ansätze verringert, was nicht ohne Folgen für die Lohnstruktur bleiben kann. Primär streben wir eine grössere Variabilität bei den Löhnen an. "High Performer" erhalten dadurch sogar die Möglichkeit, ihre Löhne zu verbessern.



Haben Sie nur Systor gekauft oder auch die Kunden? Mussten sich die Kunden verpflichten, weiterhin dabei zu bleiben?

Accenture hat die Vermögenswerte von Systor gekauft, was unter anderem die Kundenverträge beinhaltet. Selbstverständlich müssen die Kunden dazu ihre Zustimmung geben. Dies ist eine Voraussetzung, damit der Vertrag überhaupt rechtskräftig wird.



Systor und Accenture haben zusammen fast 80 Prozent der Kunden im Finanzsektor. Dort wird aber gespart wie verrückt. Wie komfortabel ist Ihr Sessel?

Accenture wie auch Systor sind weit über den Finanzdienstleistungsbereich hinaus aktiv. Von dieser Basis aus wollen wir das Geschäft ausbauen. Dazu haben wir nicht nur eine reine Schweizer Optik, sondern ziehen auch Deutschland und Österreich in Betracht. Damit verbreitert sich die Geschäftsbasis weiter.



Outsourcing ist in Mode. Wann schlägt das Pendel zurück? Werden Ihre Kunden die gegenwärtig ausgelagerten Funktionen künftig nicht wieder eher intern besetzen?

Accenture hält Outsourcing für weit mehr als einen Modetrend. Unternehmen aller Branchen werden zu jeder Zeit gezwungen sein, ihre Kosten im Griff zu haben. Outsourcing ist eine hervorragende Möglichkeit, Bereiche, die nicht zu den Kernkompetenzen gehören, von einem Partner mit genau dieser Kernkompetenz betreiben zu lassen.

(ubi)


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