E-Government: Kleines Dorf schlägt alle Städte

E-Government: Kleines Dorf schlägt alle Städte

22. April 2002 - Vor einigen Tagen ist Rodersdorf das gelungen, worum selbst die urbansten Gegenden unseres Landes seit längerem ohne sichtbares Ergebnis ringen: E-Government beginnt hierzulande in einer peripheren Ecke.
Artikel erschienen in IT Magazine 2002/15

Rodersdorf ist eine ländliche 1300-Seelen-Gemeinde im hintersten Leimental, Kanton Solothurn, erreichbar zum Beispiel als Endstation der basellandschaftlichen Tramlinie 10, die kurz davor interssanterweise französisches Gebiet durchquert. Die Landschaft ist geprägt von schönsten Wiesen und sanften Hügeln - ideal für den Hundespaziergang.


Erster Guichet Virtuel der Schweiz

Das ist aber nicht alles, was es über die kleine Solothurner Exklave zu sagen gibt. Just vor einigen Tagen nämlich ist Rodersdorf das gelungen, worum selbst die urbansten Gegenden unseres Landes seit längerem ohne sichtbares Ergebnis ringen: Nicht Downtown Switzerland, nicht die Calvinstadt, auch nicht diejenige, die anders tickt, und schon gar nicht der Hauptort der Schweiz, in dem ja gerüchteweise sowieso alles etwas langsam vor sich geht, bieten ihren Einwohnern seit dem 18. April verschiedene Community Services per Internet an, sondern eben gerade dieses kleine Rodersdorf. E-Government beginnt hierzulande in einer peripheren Ecke - eins zu Null für die Landschaft.



Per E-Mail waren die Rodersdorfer Gemeindebehörden natürlich schon lange erreichbar. Neu gelangen per Internet abgegebene Einwohnerbegehren wie die Meldung von Um- und Wegzug und die Bestellung von Wohnsitzbestätigung, Heimatausweis, Leumunds- oder Handlungsfähigkeitszeugnis direkt ins Verwaltungssystem der Gemeinde und werden umgehend verarbeitet. Ausserdem bietet die Website www.rodersdorf.ch den Ansässigen Informationen aller Art vom Veranstaltungs- bis zum Abfallkalender und darüber hinaus auch Auskünfte über Geburten, Heiraten, Scheidungen oder Todesfälle, für die man bis anhin persönlich beim Einwohnermeldeamt vorzusprechen hatte. Genial: Beim Einstieg in die E-Government-Sektion der Gemeindehomepage wird einem nicht etwa eine amtsschimmlige Liste von Jargonbegriffen präsentiert, sondern erstens eine spezielle Suchmaschine und zweitens ein nach "Lebenslagen" zwischen Geburt und Tod gegliedertes Verzeichnis von Möglichkeiten.



Die Sicherheit steht auf dem Level von E-Banking, und sie wird durch ein zweistufiges Konzept gewährleistet: Wenig sensitive Informationen erhält man per online bestellbares Passwort; für emfindlichere Daten ist der auf dem ordinären Postweg erhältliche persönliche Zugangscode einzugeben.



 
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