Keine Qual der Wahl für Webgrafiker

Keine Qual der Wahl für Webgrafiker

3. September 2001 - Auch wenn neue Standards wie PNG und JPEG2000 von sich reden machen, haben GIF und JPG im World Wide Web noch lange nicht ausgedient.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/30

Die Surfer-Gemeinde setzt, besonders in den USA, Webbilder häufig mit dem GIF-Format gleich. "I've got a few GIFs for you", heisst es - aber dann kommen JPEG-komprimierte Fotos oder gar BMP-Bilder direkt vom Windows-PC. Mit ein Grund für die begriffliche Popularität dürfte das hohe Alter des GIF-Formats sein. Es wurde bereits 1987 von Compuserve eingeführt und wird, ausser von rein textbasierten Programmen wie Lynx, ausnahmslos von allen Web-Browsern unterstützt.


GIF - Gebrechlich, aber nicht im Ruhestand

Sein Alter merkt man dem GIF-Format deutlich an. Erstens unterstützt es nur 256 Farben - für fotografisches Bildmaterial und Grafik mit feinen Schattierungen und Übergängen ungeeignet. Zweitens berücksichtigt GIF bei der Bildkompression ausschliesslich horizontale Muster: Auf Basis des LZW-Algorithmus, der nicht speziell für die Bildbearbeitung entwickelt wurde, sucht der GIF-Kompressor den eingehenden Datenstrom nach wiederholten linearen Bit-Sequenzen ab. Beim ersten Auftreten wird eine bestimmte Sequenz in einem Data Dictionary abgelegt und mit einem Code gekennzeichnet. Kommt die Sequenz später wieder vor, muss in den komprimierten Daten nur noch der Code erscheinen - man spart Platz. So wird nach und nach zeilenweise das ganze Bild erfasst. Es liegt auf der Hand, dass mit diesem Verfahren nur horizontal sich wiederholende Muster erkannt und komprimiert werden: Ein Bild mit Querstreifen ist im GIF-Format viel kleiner als sein längsgestreifter Gegenpart.



Ein weiteres Obstakel für GIF ist die Patentlage. Zwar ist Compuserve von der Absicht abgekommen, jeden Einsatz des Formats zahlungspflichtig zu machen. Dafür verknurrt Unisys, die Inhaberin des LZW-Patents, die Hersteller von Tools zum Erstellen von GIFs zu Lizenzgebühren. Es fällt auf, dass das neue Format PNG ziemlich genau dann ins Leben gerufen wurde, als Unisys mit der Gebührenforderung auf den Plan trat.



Trotz alledem erfreut sich GIF ungebrochener Beliebtheit, wohl nicht zuletzt wegen Features wie Transparenz (Pixel von bestimmter Farbe sind für den Hintergrund durchlässig), Interlacing (alternierende Anzeige der Zeilen in zwei Durchgängen, damit das Bild in Grobdarstellung rascher sichtbar wird) und Animation (mehrere Bilder können in einer Datei gespeichert und in bestimmten Intervallen abgespielt werden). Es existieren zwei verschiedene GIF-Formate:




GIF87a: Support für Interlacing, Speichern mehrerer Bilder in einer einzigen GIF-Datei




GIF89a: zusätzlich Transparenz, Textkommentare und Animation




Die meisten Tools erstellen heute automatisch GIF89a-Bilder. Anwender älterer Photoshop-Versionen mögen sich jedoch noch an das "GIF89a-Plug-in" erinnern, das zum Erstellen eines GIFs mit Transparenz nötig war.

 
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