Ein kleiner Schritt mit teuren Folgen

Ein kleiner Schritt mit teuren Folgen

22. Oktober 2010 - Während Arbeitssicherheit auf Baustellen ein ständiges Thema ist, wird diese Problematik in Dienstleistungs-betrieben oft vergessen. Das kann teuer werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/11
Dass man an Schneidemaschinen Vorsicht walten lässt und sich auf Baustellen mit Helm und schweren Schuhen schützt, ist selbstverständlich. Viele Gefahren sind aber weniger offensichtlich. Gerade in Dienstleistungsbetrieben: Hier ein loses Kabel, da eine rutschige Treppe oder ein instabil stehendes Gerät – keiner rechnet damit, und schon ist es passiert. Felix Mosers Fall ist so ein Beispiel. Der Informatik-Ingenieur rutschte auf dem frisch geputzten, noch nassen Fussboden aus: «Acht Jahre lang bin ich über diesen Gang gelaufen und nie gefallen.» Aber dann ist es doch geschehen.

Vorsicht, Rutschgefahr


Im grossen Software-Ingenieurbüro, dem Arbeitsplatz von Moser, liegt Teppichboden. Nur ein Gang hinter einer Reihe von Bildschirm-Arbeitsplätzen war zur Zeit des Unfalls noch mit Linoleum belegt. Felix Moser kehrte eines Tages nach einer längeren Besprechung an seinen Schreibtisch zurück. «Ich nahm meine Arbeit wieder auf, und – wie es bei uns häufig ist – es war gerade besonders viel los; ich stand rasch noch einmal auf, um mir Informationen über zwei neue Projekte zu holen.» Er wusste allerdings nicht, dass der Boden in seiner Abwesenheit feucht aufgenommen wurde: Die externe Putz-Equipe hatte vergessen, das Hinweisschild aufzustellen. Moser rutschte aus und fiel so unglücklich, dass er sich die Schulter ausrenkte. Ausserdem hatte er sich mehrere Splitterbrüche zugezogen, wie sich später herausstellte.
«Ein ganz typischer Fall», kommentiert Dr. Serge Pürro, Geschäftsführer der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS). «Gefahren lauern oft dort, wo man sie gar nicht erwartet. Das zeigt auch die Unfallstatistik deutlich: 2007 passierten über 137’000 Unfälle im Dienstleistungssektor – zum Beispiel im Büro, Treppenhaus oder Eingangsbereich. Das sind in absoluten Zahlen fast 30’000 Unfälle mehr als im Produktionssektor. Ein Drittel aller Verletzungen entsteht durch Stolper- oder Sturzunfälle.» Pro 1000 Mitarbeitende im Dienstleistungssektor verunfallen jährlich 50 Personen. Das sind immerhin halb so viele wie in der Produktion, also bei Personen, die mit gefährlichen Maschinen und schweren Geräten umgehen.
 
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