Smarter Stift für Schrift und Ton

Smarter Stift für Schrift und Ton

30. August 2010 - Auf Basis der Anoto-Technologie zeichnet der Livescribe Smartpen synchron Handschrift und Audio auf – so entsteht ein vollständiges Protokoll von Referaten und Gesprächen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/09
Zwei Modelle erhältlich: Echo (links) und Pulse (rechts). (Quelle: Vogel.de)

Der Smartpen von Livescribe basiert auf der Digital-Pen-Technologie von Anoto: Im Schreibgerät, das in Form eines leicht übergrossen Kugelschreibers daherkommt, ist neben einer gewöhnlichen Mine eine Infrarotkamera untergebracht, die sämtliche Schreibbewegungen aufzeichnet. Die Daten werden im internen Speicher gesichert und bei Bedarf via USB an eine passende PC-Software übertragen, wo sie als digital-handschriftliche Notizen angezeigt und allenfalls in maschinenlesbaren Text übersetzt werden können. Damit dies funktioniert, muss das Papier mit klitzekleinen, für das unbewaffnete Auge nicht sichtbaren Mikropunkten bedruckt sein, die neben Positionierungshilfen auch codierte Informationen zum Beispiel zur Seitenzahl bieten.


Die Anoto-Technologie kam bereits in anderen Produkten zum Einsatz. Livescribe geht aber einen Schritt weiter: Der Smartpen zeichnet nicht nur die Schreibbewegungen auf, sondern erstellt parallel dazu eine Audioaufnahme. So lassen sich Referate, Verkaufsgespräche oder Interviews zusammen mit den handschriftlichen Notizen als Session aufzeichnen. Auf dem Computer – die Livescribe-Desktop-Software gibt es für Windows und Mac OS X – erscheinen die Notizen im Originalbild.

Klickt man bestimmtes Wort an, wird synchron die passende Stelle der Audioaufnahme abgespielt. Auf diese Weise wird die Sprachaufnahme in allen Details unmittelbar und sehr rasch zugänglich – viel besser als mit einem herkömmlichen Diktiergerät mit PC-Anschluss oder etwa gar einem Tape-Recorder. Und es funktioniert wirklich. Der Autor hat es anhand verschiedener Interviews und Referate an einer Konferenz ausgiebig und mit sehr befriedigendem Resultat ausprobiert.


Die Software kann sogar noch mehr: Anhand der in den Mikropunkten codierten Informationen «weiss» Livescribe Desktop, auf welcher Seite in welchem Notizbuch man sich gerade befindet. Livescribe Desktop präsentiert die Gesamtheit der aufgenommenen Sessions in Form einer Bibliothek, die nach Notizbüchern geordnet ist. Die Zuordnung zu einem bestimmten Notizbuch funktioniert allerdings nur mit den nicht ganz billigen (Preis: ab Fr. 7.50 für ein spiralgebundenes Heft mit 80 Blatt), vom Hersteller erhältlichen Blöcken, Journalen und Notizbüchern und nicht mit selbstgedrucktem Mikropunkt-Papier.


Neben der Handschrift- und Audioaufzeichnung beherrscht der Smartpen zudem weitere Anwendungen, die auf der Livescribe-Website zum Download bereitstehen. Es gibt zum Beispiel ein Wörterbuch – man schreibt ein Wort mit dem Pen auf Englisch, tippt es an, und über den im Stift integrierten Lautsprecher erklingt die spanische Entsprechung, die auch auf dem OLED-Display angezeigt wird.


Neu bietet der Hersteller zwei Modelle an: Neben dem Pulse Smartpen mit Titan-Gehäuse, 2 oder 4 GB Kapazität und PC-Verbindung via Cradle ist seit Ende August der Echo Smartpen mit 8 GB erhältlich. Er ist mit einem griffigeren Kunststoffgehäuse ausgestattet und rollt im Gegensatz zum Pulse nicht mehr wild auf dem Schreibtisch herum, wenn man ihn nicht irgendwie fixiert. Dafür wird der Echo ohne Cradle geliefert: Die PC-Verbindung erfolgt über ein simples Kabel mit Micro-USB-Anschluss. Und das Headset, beim Pulse im Lieferumfang, kostet beim Echo extra.


Auch die Software wird ständig verbessert. Die neueste Version bietet Features wie die Launch Line zum schnellen Direktaufruf von Apps, Passwortschutz für Audioaufnahmen, verbesserte Organisation der Notizen, Import/Export im neuen Pencast-Format, für das auch ein Softwareplayer für diverse Betriebssysteme zur Verfügung steht, sowie Audio-Export. Für die Zukunft sind weitere Neuerungen wie PDF-Export inklusive Audio und «Paper Tablet» geplant – Pen und Papier sollen damit zum veritablen Grafiktablett werden.

Fazit
Wer öfter Referate oder Vorlesungen besucht, Verkaufsgespräche und andere Verhandlungen führt und davon nicht nur ein paar hingekritzelte Notizen, sondern ein einfach zugängliches Audioprotokoll wünscht, ist mit dem Smartpen bestens bedient. Die Technologie funktioniert zuverlässig, die Anwendung macht Spass.

Preise: ab Fr. 200.– (Pulse, 2 GB) bis 280.– (Echo, 8 GB)

Hersteller/Anbieter; Livescribe, www.livescribe.com; in der Schweiz bei Intellishop (www.intellishopcom), bei Office World und Data Quest

(ubi)
Zwei Modelle erhältlich: Echo (links) und Pulse (rechts). (Quelle: Vogel.de)
(Quelle: Vogel.de)

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