Vom System- zum Businessintegrator

Vom System- zum Businessintegrator

23. April 2010 - Für den nachhaltigen Projekterfolg sind die richtigen Methoden und Werkzeuge wichtig, aber vor allem auch eine ganzheitliche, ökonomisch-technische Betrachtungsweise.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/05
(Quelle: Vogel.de)

In einer Zeit sich ständig ändernder Markt- und Branchenkonstellationen zählt Flexibilität zu den meist genannten Erfolgsfaktoren moderner Unternehmen. Die jüngste Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass sich Flexibilität und zunehmend komplexer werdende IT-Systeme nur bedingt vereinbaren lassen. Zudem klafft eine immer grösser werdende Lücke zwischen ökonomischer und technischer Unternehmensberatung. Während sich Ökonomen auf die Prozesse und die Organisation konzentrieren, fokussieren Softwareanbieter die Implementierung von Applikationen. Beide tragen ihrerseits zur Effizienzsteigerung bei, doch ist der rationellste Prozessablauf oft technisch nicht realisierbar oder umgekehrt das Aufwand-Nutzen-Verhältnis der besten Applikation lässt sich nicht quantifizieren. In der Kombination dieser beiden Ansätze liegt noch viel Potential, welches zukünftig genutzt werden sollte.


Die zeitgemässe, sanfte Integration

IT-Projekte stehen aus Sicht der Unternehmen für einen beträchtlichen Umfang und eine schwer fassbare Komplexität, sie bergen ein allfälliges Risiko und sind verbunden mit hohen Kosten. Durch die Einführung branchenspezifischer «Best-Practice-Lösungen» sollten Unternehmen von Skaleneffekten profitieren und dabei in den Genuss von neuesten, kostengünstigen Anwendungen und Technologien kommen. Allerdings nahmen derartige Projekte häufig unkontrollierbare Dimensionen an und kamen, wenn überhaupt, mit grosser Verzögerung und nicht zur vollen Zufriedenheit des Kunden zum Abschluss.


An die Stelle der Ablösung von ganzen IT-Landschaften durch gross angelegte Projekte, tritt die Harmonisierung von heterogenen Sys-temen, bestehend aus verschiedenen Subsys-temen. Beispielsweise kann eine länder-spezifische ERP-Lösung einer Unternehmensfiliale als eigenes Subsystem betrachtet werden. Eine Lösung, die für das Mutterhaus konzipiert wurde, ist für die einzelnen Standorte oft überdimensioniert, und eine unternehmensweite Implementierung als Komplettlösung ist schon rein finanziell kaum zu tragen.

Der Ansatz der sanften Integration wirkt dieser Thematik in allen Bereichen entgegen. Die Ressourcen, wie auch die Risiken des Migrationsprozesses, werden über eine längere Zeitperiode verteilt. Das alte System wird, sofern wirklich sinnvoll, schrittweise abgelöst.


Dabei gewinnt das Schnittstellenhandling an Bedeutung. Informationen müssen zentral und systemübergreifend gesammelt, konsolidiert und anschliessend in Form von Reports entsprechend weiterverteilt werden. Moderne Instrumente wie SOA helfen die Funktion von Schnittstellen auf elegante und preiswerte Art zu gewährleisten und verhindern Medienbrüche. Dazu muss allerdings betont werden, dass diese Instrumente als Unterstützung zu betrachten sind. Sie alleine lösen die Problemstellungen einer Unternehmung in den allerwenigsten Fällen.

 
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