Entwicklungshilfe mit Howtopedia.org

Entwicklungshilfe mit Howtopedia.org

29. März 2010 - Die zentrale, spendenfinanzierte Wissensplattform Howtopedia.org will NGOs bei ihrer Entwicklungsarbeit unterstützen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/04
Mit Howtopedia.org wollen die Initianten des Projekts insbesondere kleineren Hilfsorganisationen eine Plattform mit praktischem Wissen zur Verfügung stellen und so die Verbreitung nützlicher Technologien fördern. (Quelle: Vogel.de)

Das Problem vieler, meist kleiner Hilfsorganisationen ist die fehlende Vernetzung, ist Howtopedia.org-CEO Maud Châtelet überzeugt. Fehle die Verknüpfung, so blieben Entwicklungen oder Lösungen für Probleme in ärmeren Ländern unentdeckt. Zudem passiere es viel zu häufig, dass zwei Institutionen an derselben Problemlösung forschen, ohne voneinander zu wissen, so Châtelet weiter.


Um dies zu ändern, hat Châtelet daher vor rund drei Jahren zusammen mit ihren drei Kollegen David Zumstein, Alain Bellet und Özlem Ayan die Plattform Howtopedia.org ins Leben gerufen. Die Idee dazu kam den vier Initianten auf Reisen in Entwicklungsländern. Howtopedia.org soll ein Portal werden, auf dem praktisches Wissen und einfache Technologien zentral gesammelt und zur Verfügung gestellt werden. Die Plattform richtet sich nicht an den Standard-User, sondern an Personen, die bereits in andere Netzwerke wie etwa Hilfsorganisationen eingegliedert sind, wie Châtelet erklärt: «Wir wollen kleinere NGOs, Experten und Erfinder erreichen, die keine eigene Wissensplattform haben.» Das Ziel sei es, dass NGOs das via Howtopedia.org erworbene Wissen zum Beispiel an die Bauern in abgelegenen Bergdörfern ohne Strom und fliessendes Wasser weitergeben. Den Fokus legt die Organisation denn auch auf die Einfachheit und die Anwendbarkeit der Lösungen. «Die NGOs sollen die Technik wirklich nutzen können», betont Châtelet.


Während bei Wikipedia jeder mitschreiben darf, so sollen die Inhalte von Howtopedia.org exklusiver sein und nur von Spezialisten erstellt werden, erklärt die Mitbegründerin das Hauptunterscheidungsmerkmal zur Online-Enzyklopädie. Die Überzeugungsarbeit bei Experten sei allerdings sehr aufwendig. «Fachleute sind beruflich meist sehr eingespannt und müssen daher zuerst motiviert werden», ist sich Châtelet bewusst. Denn das Erstellen eines Fachartikels für Howtopedia.org könne rasch mehrere Stunden beanspruchen.


Finanziert durch Spenden

Als Non-Profit-Organisation ist Howtopedia.org auf Spenden angewiesen. Die Finanzierung des nächsten Jahres ist somit eine der wichtigsten Angelegenheiten momentan. «Die Beschaffung von Finanzmitteln ist dringend», so Châtelet. Zudem hätte man gerne eine massgeschneiderte Version der Webseite, «die unseren Usern und den Inhalten besser gerecht wird». Aktuell nutzt Howtopedia.org das Me-diawiki-Interface, um die Inhalte zu präsentieren. Jenes lasse aber wenig Freiraum zu. Zudem wünschen sich die Initianten ein diagnostisches Suchtool, «damit Anwender auch Informationen finden, von denen sie nicht wussten, dass sie sie suchen». Auch die Bedienbarkeit soll vereinfacht werden.


«Stimmen alle diese Elemente, werden wir aktiver nach aussen kommunizieren», verspricht Châtelet. Denn bislang hält sich der Erfolg von Howtopedia.org in Grenzen. Die Zahl der Community-Mitglieder ist sehr klein, wie Châtelet zugibt. Allerdings soll bereits dieses Jahr die Community von aktiven Partnern, Freiwilligen und Organisationen ausgebaut werden. Die Datenbank beinhaltet bislang rund 370 Artikel. Die meisten stammen von grösseren Organisationen, die das Projekt unterstützen wollen.

Und, so der CEO, man habe auch einige Erfolge erzielt. So stehen seit kurzem Artikel nicht mehr nur in Englisch, sondern auch in Spanisch und Französisch bereit. Und auch die Grundstruktur der Organisation stehe, ebenso wie gute Kontakte für künftige Partnerschaften geknüpft wurden. Als Non-Profit-Organisation müsse man halt einfach etwas Geduld haben, weil alles etwas länger daue-re, zieht Châtelet abschliessend Bilanz.

(abr)
 

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