Wie die Wolke die IT verändert

Wie die Wolke die IT verändert

29. März 2010 - Bei der Nutzung von extern bereitgestellten Diensten kommt der IT eine neue Rolle zu. Sie wird vom Leistungserbringer zum Leistungsintegrator.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/04
(Quelle: Vogel.de)

Von den diversen IT-Themen, die sich derzeit einer ausserordentlich grossen Aufmerksamkeit erfreuen, ist das Themenfeld «Cloud Computing» sicher am nachhaltigsten in aller Munde. Die Frage ist, welche Veränderung diese Innovation für Anbieter und Anwender mit sich bringt und wie sie die Geschäftsmodelle mittelfristig verändern wird.


In einer engeren Auslegung ist Cloud Computing gemäss Forrester Research ein «Pool aus abstrahierter, hochskalierbarer und verwalteter IT-Infrastruktur, die Kundenanwendungen vorhält und falls erforderlich nach Gebrauch abgerechnet werden kann». Im weiteren Sinne ist aber auch die On-Demand-Bereitstellung von Plattformen unter dem Begriff Cloud Computing subsumiert (mehr zu den verschiedenen Arten des Cloud Computing und zu den Angeboten finden Sie in der Marktübersicht ab Seite 32).

Cloud Computing verspricht Unternehmen weniger Kapitalbindung durch Vermeidung hoher Vorabinvestitionen, direkte Kosten ohne Abschreibungen, schlanke Einführungsprojekte, hohe Verfügbarkeit, einfachere Skalierung und einiges mehr. Ob das alles zutrifft, sei hier dahingestellt. Wir wollen zwei andere Aspekte betrachten. Erstens: Was bedeutet Cloud Computing für die Unternehmens-IT? Und zweitens: Wie wird die zunehmende Nutzung dieses Angebotes das Geschäftsmodell der Unternehmens-IT verändern?


Die Industrialisierung der IT

In der Diskussion über Geschäftsmodelle wird neben der technischen Innovation auf der Angebotsseite auch immer mehr die IT als Unternehmensteil hinterfragt. In den 1990er Jahren wurde die IT als Sekundärprozess in den Unternehmen gesehen. Zur Jahrtausendwende wurde der IT sehr hohe Bedeutung beigemessen und die IT-Leiter waren auf dem Sprung in die Geschäftsleitungen und Vorstände. Heute wird für die Einordnung der IT immer mehr das Bild einer Produktionsfunktion bemüht und davon die Notwendigkeit einer «Industrialisierung der IT» abgeleitet. Diese analoge Anwendung von industriellen Methoden und Prozessen auf die IT bringt folgende Forderungen mit sich:

? Produkt- statt Projektorientierung


? Standardisierung der Leistungserbringung

? Kunden- und Marktorientierung zum internen oder externen Geschäftspartner


Speziell die Standardisierung der Leistungserbringung ist es, bei der das Cloud Computing ins Spiel kommt. Diese Standardisierung wurde in der industriellen Fertigung unter anderem mit einer Reduktion der Fertigungstiefen erreicht. Der Hersteller einer Leistung ist primär Leistungsintegrator der internen und externen Leistung hin zum Endkunden. Wesentliche Konzepte dieser Entwicklung finden sich zum Beispiel beim Kompetenzzentrum Industrialisierung des Informationsmanagements der Universität St. Gallen oder in internationalen Standards wie ITIL (IT Infrastructure Library) oder IIM (Modell des Integrierten Informationsmanagements) wieder.

Cloud Computing könnte nun als mögliche Komponente der externen Leistungserbringung in einer nach-industriell geprägten Unternehmens-IT gesehen werden.

 
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